Neun Siege sind etwas anderes als neun Siege

Die vielseitig sportinteressierte Zweitliga-Mannschaft des SV Fellbach zieht in verschiedener Hinsicht Nutzen aus ihren bis dahin stets deutlichen Erfolgen. Wenn sie in Rüsselsheim gewinnt, kann sie definitiv nicht mehr aus der zweiten Liga absteigen.


31.03.2017

Foto: Heiko Potthoff

Wenn die Volleyballer des SV Fellbach gut in Form sind, dann, ja, dann wechseln sie montags einfach mal die Sportart. Nach verwegener Vorstellung am Samstagabend dürfen sie zu Wochenbeginn, das ist eine liebgewonnene Gewohnheit, Fußball spielen. Je mehr Erfolg, desto mehr Fußball. Derzeit, ein untrügliches Indiz für den Aufwärtstrend, tritt das Schmetterteam die Kugel wieder öfter mit Füßen. Denn Markus Weiß tritt zur Belohnung immer wieder montags einen Teil seiner Übungseinheit ab, weil davor am Samstag die Volleybälle nach Wunsch auf dem Boden des gegnerischen Spiel- feldes eingeschlagen sind. Die Mannschaft erarbeitet sich im Ligaalltag ihre kleine Zerstreuung im Übungsalltag. Sie hat zuletzt zwei Siege erbeutet, die als besonders wertvoll gelten dürfen. Mit den beiden 3:1-Erfolgen beim TSV Grafing und gegen die FT Freiburg hat sich das Team um den Kapitän Marvin Klass für den Montagsspaß beim Toreschießen empfohlen und vor allem ja auch für eine weitere Runde in der zweiten Bundesliga. Nach einer lange äußerst komplizierten Saison mit ausgeprägter Verletzungs- und Niederlagenserie sind die Fellbacher kurz davor, sich noch der letzten Abstiegssorgen zu entledigen. Kehren sie auch von der Begegnung am Samstagabend (19.30 Uhr, Großfeldhalle) bei der TG Rüsselsheim II mit Fußball-Vorfreude zurück, ist ihnen ihr Platz in der zweithöchsten Spielklasse nicht mehr zu nehmen.

 

Die exakte Vereinbarung zwischen Trainer und Team geht so: Gewinnen die Volleyballer am Wochenende mit 3:0 oder 3:1, dürfen sie montags 20 Minuten lang Fußball spielen. An dieser Stelle kann jetzt nicht unerwähnt bleiben, dass die Fellbacher Flugstaffel in der laufenden Saison neunmal erfolgreich war – und neunmal mit 3:0 und 3:1. Niemals mit 3:2!

Diese bemerkenswerte Konsequenz hat ihr 27 Punkte beschert und zusammen mit den sechs Zählern für die sechs 2:3-Niederlagen einen Vorsprung auf die Konkurrenten aus Dresden, Leipzig und Grafing – dabei blicken diese Konkurrenten auch auf jeweils neun Siege zurück. Doch neun Siege sind im Zweifel etwas ganz anderes als neun Siege. Die Sportsmänner des SV Fellbach haben sich neunmal geradewegs zum Fußball geschmettert. „Der besondere Anreiz ist, dass wir montags die ganze Halle haben und dementsprechend auch die komplette Halle zum Kicken nutzen können“, sagt Marvin Klass: „Das ist natürlich ein guter Einstieg in die Trainingswoche.“ Und es kann dann auch mal passieren, dass Markus Weiß seine Akteure ein bisschen länger dem Fußball hinterherflitzen lässt, wenn sie denn so Volleyball spielen, wie sie in diesen Tagen wieder Volleyball spielen.

 

Doch noch haben sie in ihrer angestammten Sportart drei Aufgaben vor sich. Und nur wenn sie bei der TG Rüsselsheim II zumindest zwei Punkte – für einen erfahrungsgemäß eher unwahrscheinlichen 3:2-Erfolg – erobern, können sie den Rest der Runde entspannt betrachten. In diesem Fall geht es in den beiden abschließenden Zweitliga-Begegnungen beim Tabellensechsten TV/DJK Hammelburg (8. April) und gegen den Tabellenneunten VC Dresden (22. April) bloß noch um eine möglichst gute Platzierung. „Wir haben das nächste wegweisende Spiel vor uns“, sagt Markus Weiß. „Für mich ist es wichtig, dass wir an die Leistung anknüpfen, die wir zuletzt gegen die FT Freiburg gezeigt haben. Wenn die Mannschaft es schafft, ihr Potenzial abzurufen, dann soll ten wir es schaffen, auch am Samstag in Rüsselsheim etwas zu holen.“ Dafür kann der Trainer mit umfänglichem Aufgebot planen. Die Fellbacher Fahrgemeinschaft wird voraussichtlich mit 14 Spielern den Weg nach Hessen antreten. Daniel Schön, 16-jähriges Talent aus der zweiten SVF-Vertretung, wird wohl als zweiter Libero neben Sebastian Mättig dabei sein.

Und wenn die Reisenden am Samstagabend erneut gut in Form sind, dann dürfen sie am Montag wieder die Sportart wechseln.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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