Bundesliga: Nicht immer schön, aber effektiv

Der Zweitliga-Tabellenführer SV Fellbach kann am Samstagabend mit schwächeren Phasen ganz gut umgehen und gewinnt am Ende gegen die bayerischen Gäste vom TSV Grafing irgendwie schon wieder souverän mit 3:1. Thomas Rennet

Um schwächere Phasen kommt auch der Tabellenführer der zweiten Bundesliga nicht herum. Er verliert dann mal trotz 20:15-Führung einen Satz. Kann passieren.


18.01.2016

Lufthoheit: Jonas Hanenberg setzt sich mit seinen Fellbacher Teamgefährten gegen den TSV Grafing durch. Foto: Patricia Sigerist

Perfekte Spiele sind eher etwas für Profis. Für verdammt gute Profis. Die Volleyballer des SV Fellbach trainieren nach Feierabend, ganz ohne finanziellen Ausgleich trotz aller Ambitionen. Sie schinden sich sehr neben Beruf oder Studium. Sie schinden sich auch, um mit schwächeren Phasen umgehen zu können. Am Samstagabend ist ihnen das gar nicht so schlecht gelungen. Sie haben ein Spiel, das nicht wirklich ihres war, zu ihrem gemacht. Der Ligaprimus hat ungeachtet seiner schwächeren Phasen die Gäste vom TSV Grafing irgendwie schon wieder souverän mit 3:1 (23:25, 25:16, 25:20, 25:19) besiegt. „Das war nicht so schön, aber effektiv“, sagte der Trainer Markus Weiß.

Auch den ersten Abschnitt hatte der SV Fellbach zunächst noch ganz effektiv bewältigt, und Yannick Harms schlug zum 20:15 gar richtig schön und unerreichbar auf. Doch die Mannschaft um den Kapitän Marvin Klass kam dann fahrig über drei weitere Punkte nicht hinaus bis zum Satzende, das so unerwartet wie folgerichtig den TSV Grafing vorne sah. Die Bayern hatten einfach nicht aufgeben wollen, und damit mochten sie im zweiten Durchgang auch nicht gern anfangen. Sie waren jetzt laut. Richtig laut. Schmetterten nach Patrick Köders Aufschlagfehler zum Auftakt 14-stimmig ihren Vereinsnamen. Gefühlt ging es für die Männer des TSV Grafing in diesen Minuten um den Titel. Sie wollten die Chance nutzen und den Meister in anhaltende Schwierigkeiten stürzen.

Doch nach der 8:6-Führung gerieten sie selbst in Schwierigkeiten, die sie nicht mehr loswerden sollten. „Kompliment. Die Fellbacher haben uns im Block immer besser gelesen“, sagte der Grafinger Trainer Alexander Hezareh. Jonas Hanenberg hatte die Angriffszüge des Gegners eine Weile studieren können, jetzt langte er mehr und mehr dazwischen. Der mächtige Blocker hatte, auch mit seinem schnippischen Service, großen Anteil am  Umschwung.

Wie Yannick Harms, der beste Spieler des Abends. Der Beach-Profi ging seinem Hallenteam in allen – auch in den schwächeren Phasen ebenso selbstlos wie selbstsicher voran und trug so entscheidend dazu bei, die Gegenwehr der Widerstandskämpfer aus Bayern zu brechen. Die Grafinger Zweitliga-Volleyballer um den mitunter verwegenen Draufschläger Kons tantin Schmid wurden zusehends wieder ruhiger vor den rund 300 Zuschauern in der Gäuäckerhalle I, beim SV Fellbach derweil kehrten die Emotionen zurück in die davor noch ratlosen Gesichter.

„Wir haben das erst vom zweiten Satz an sauber hinbekommen“, sagte Markus Weiß. Er sprach vom Blockverhalten seiner Mannschaft, zuweilen konnten sich da gar drei Akteure des SVF – erfolgreich – zum Hindernis auftürmen. In gewisser Weise spiegelte seine Analyse jedoch das gesamte Geschehen. Die Akteure um Marvin Klass, der, krank und sichtlich angeschlagen auf dem Spielfeld, wacker durchhielt, konnten zwar nicht überwiegend mit sauberen Aktionen überzeugen; sie haben den 18. Zweitliga-Heimsieg in Serie seit dem 5. April 2014 (0:3 gegen den SV Schwaig) dann aber doch noch ziemlich sauber hinbekommen. Und das gegen einen entschlossenen Opponenten, der erst nachließ, als der SV Fellbach seine schwächeren Phasen – vor allem in der Ballannahme – mit Block- und Aufschlagstärken überspielen konnte. „Wir müssen unseren ersten Tabellenplatz Woche für Woche verteidigen, das ist eine gute Übung. Wenn es dann bis zum Ende der Saison reicht, ist es auch gut“, sagte Markus Weiß.

„Abhaken“ wollte derweil nach der weithin mühsamen Abendgestaltung fast zerknirscht der Dia- gonalangreifer Valters Lagzdins den 13. Erfolg dieser Saison. Nächsten Samstag, 19 Uhr, beim deutlich verbesserten Tabellenletzten ASV Neumarkt möchten die Fellbacher Volleyballer der Perfektion zumindest wieder ein kleines Stückchen näher kommen.SV Fellbach: Klass, Hanenberg, Harms, Köder, Howe, Lagzdins, Koch, Mättig, Tomic, Winter, Klaue, Nadale, Sellner.

 

Fellbacher Zeitung   Thomas Rennet 


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