Nicht mehr Außenseiter gegen den Meister

Auch in Leipzig dürfen sich die Zweitliga-Akteure des SV Fellbach Chancen ausrechnen. Sie gehören zu den sieben Teams, die in der Tabelle vor dem Titelverteidiger liegen, weil der gerade ein Stück weit entfernt ist vom Format eines Titelgewinners.


16.01.2015

Patrick Köder (vorne) und Marvin Klass vom Fellbacher Zweitliga-Team wollen in Leipzig den Gastgebern auflauern. Foto: Patricia Sigerist

Einen viel beachteten Auftritt hatten die L. E. Volleys aus Leipzig auch in dieser Saison. Das war im November, als sie vor 845 Zuschauern den Nachbarn GSVE Delitzsch zum lokalen Großereignis trafen. Es ist allerdings bezeichnend für das gegenwärtige Geschehen, dass die Volleyballer aus Leipzig dem Gegner aus der Kleinstadt nebenan gratulieren mussten nach ihrer 2:3-Niederlage. Sechsmal haben sie in dieser Zweitliga-Runde schon verloren. Der Titelverteidiger ist ein Stück entfernt vom Format eines Titelgewinners und wird die Meisterschaft dem entsprechend jetzt einem anderen überlas sen. Gleich sieben Ligakonkurrenten stehen besser da - darunter auch der SV Fellbach als Tabellendritter, am Samstag (19 Uhr, Ernst-Grube Halle) zu Gast in Sachsen.

Leipzig war mal so etwas wie eine Volleyball-Hauptstadt. Der nationale Titel war in der verblichenen DDR die Regel, der Europapokal der Landesmeister garnierte die Sammlung jener Schlagmänner auf den Schwarz-Weiß-Fotos. Längst vergangene Zeiten. Nun gibt Leipzig bloß noch Mittelmaß her. In der zweiten Bundesliga. Dabei gehören immer noch die meisten der Spieler dem Verbund an, die im Vorjahr auf den Titel bestanden hatten. Leute wie der Kapitän Jan Günther, der in den Jahren 2003 und 2004 mit den Teamgefährten des SCC Berlin den nationalen Meistertitel erobert hatte . Wie die Angreifer Erik Wichert und Sebastian Hähner, noch zwei mit Erst liga-Vergangenheit. Mit Jannik Kühlborn lassen sie es auch jetzt ganz gern noch rich tig krachen . Doch das reicht nicht mehr zu verlässig für Zählbares in der zweithöchsten Etage, weil sich en passant Fehler einschleichen. Zu viele Fehler. Jan Günther sagt nach Niederlagen wie der gegen den GSVE Delitzsch Sätze , die so klingen: 'Wir haben uns dämlich angestellt. Das ist saublöd gelaufen und extrem ärgerlich. Wir waren nicht clever genug.'

Ein bisschen etwas fehlt, und mehr als ein bisschen fehlt den L. E. Volleys Ole Schwerin, der Zuspieler aus dem Meisterjahr. Ihn können Roman Metelsky oder Nic las Ivenz in dieser Saison bis dahin nicht ersetzen. 'Wenn sie in Leipzig mit ihren Einzelspielern einen Patrick Köder hätten, würden sie wieder mit Abstand Meister werden', sagt Diego Ronconi, der Trainer des SV Fellbach. Patrick Köder indes kann dem Gegner eher nicht weiterhelfen. Der 24- Jährige ist der Passgeber der Fellbacher Mannschaft, einer der besten mittlerweile in der zweiten Bundesliga. 'Er entwickelt sich ständig weiter', sagt Diego Ronconi.
Der Ballverteiler hat einigen Anteil daran, dass sein Verbund - mit einem Spiel weniger - sechs Punkte mehr angehäuft hat als der Gastgeber. Und dabei auch das Hin spiel mit 3:0 für sich entschied. Das war freilich kein kantersiegähnliches 3:0. Vielmehr ein hart erarbeitetes 3:0. Zwei Sätze entschieden die Volleyballer des SVF mit 26:24 für sich. 'Das wird wieder eine schwierige Aufgabe, aber wir können die Leipziger auch diesmal bezwingen', sagt Diego Ronconi.
Mithelfen soll dabei auch wieder Philipp Arne Bergmann, im Hinspiel der überragende Akteur des Geschehens. Der 24-Jährige ist seit 5. Januar Soldat und in Hannover, weil dort die Mitglieder der Sportfördergruppe ihren Grundwehrdienst absolvieren. Er will an diesem Freitag noch bei den Zweitliga-Frauen des SWE-Volley-Teams in Erfurt mittrainieren - und am Samstag in Leipzig aufschlagen. Wie auch der Zweite, der vor sechs Tagen beim 3:1 gegen den TV Waldgirmes gefehlt hat: Der Kapitän Marvin Klass, zuletzt krank zu Hause, will die erste Auswärtsfahrt 2015 mit antreten. Und in 470 Kilometer Entfernung zu einem weiteren viel beachteten Auftritt des SVF beitragen.
Info Die zweite Vertretung des SV Fellbach ist mit einem 3:0-Erfolg gegen den TuS Durmersheim II ins neue Jahr gestartet. Damit haben sich die von Srdjan Veckov angeleiteten Volleyballer auf den siebten Tabellenplatz verbessert. An diesem Samstag (19 Uhr, Alleenhalle) hoffen sie beim MTV Ludwigsburg um den ehemaligen Fellbacher Trainer Markus Weiß auf den nächsten Saisonsieg in der Regionalliga.

 

Thomas Rennet, Fellbacher Zeitung


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