Noch fehlt ein Zuspieler, der zuspielen kann

Als hätte er sonst keine Personalsorgen: Der Fellbacher Zweitliga-Trainer Markus Weiß muss schauen, wer am Samstagabend gegen die jungen Gäste aus Friedrichshafen Bälle verteilen kann.


27.01.2017

Foto: Patricia Sigerist

Den einen oder anderen Vorteil hat der Bund vom Bodensee ja gegenüber der Zweitliga-Konkurrenz. Professionelle Rahmenbedingungen zum Beispiel mit 15 bis 20 Stunden Training pro Woche. Damit sind die Volley-Young-Stars, so heißt der talentierte Schmetterbund, in Friedrichshafen dem Rest der Liga weit voraus. Darauf können sie stets aufbauen, wenn sie aufs Neue den Versuch unternehmen, einen gravierenden Nachteil aufzuwiegen: Das Bundesstützpunktteam tritt mit Jungs unter Männern an. Mit einem Sonderstatus zwar, der den Abstieg ausschließt. Aber eben auch, Spieltag für Spieltag, mit einem erheblichen Mangel an Erfahrung. In der laufenden Saison hat die Volleyball-Auswahl des Trainers Adrian Pfleghar diesen Mangel noch nicht ausgleichen können. Sie hat in ihren 13 Begegnungen nicht einen Sieg, ja, noch keinen Punkt erobern können. Am Samstag (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) schauen die Teenager mit ihrem Ältesten, Mario Schmidgall, 18, und ihrem Jüngsten, Linus Engelmann, 14, beim SV Fellbach vorbei. Nur wenn ihre eigene Negativserie endet und nicht die der Reisegruppe aus Friedrichshafen, haben die Gastgeber danach noch berechtigte Hoffnungen auf den Klassenverbleib.

Die Internatsschüler können den üblichen Zweitliga- Teams mit den üblichen Abstiegs-, Personal- und/oder Finanzsorgen hart zusetzen. In den vorhergehenden drei Spielrunden ließen sich die Nachwuchskräfte zusammen immerhin 20-mal den Abschlussjubel nicht entgehen. Zahlreiche Erstliga- und auch Nationalspieler haben die Fortbildungsstation in Friedrichshafen durchlaufen. In dieser Saison sind zwölf Akteure mit Vergangenheit im Begabtentreff am Bodensee in der höchsten Spielklasse unter Vertrag. Dazu kommen all diejenigen, die ihre Sportart auch jetzt (wieder) in der zweiten Bundesliga ausüben, allein vier sind es beim SV Fellbach: Jonas Hanenberg, Yannick Harms, Valters Lagzdins und Jan Jalowietzki, dessen Vater Bogdan einst ein herausragender Volleyballer war und nun Assistenztrainer der jungen Lerngemeinschaft ist. Der Papa wird – wie schon öfter – in Fellbach vorbeischauen. Diesmal allerdings ist er nicht wie sonst bloß zu Besuch beim Filius; diesmal wird er dessen Nachfolgern im Nachwuchsteam aus Friedrichshafen zur Seite stehen.

 

Die Fellbacher wollen ungeachtet der familiären Querverbindungen möglichst an die starke Vorstellung bei jüngster Gelegenheit anknüpfen. Vor sechs Tagen hatten sie den Tabellenführer Volleys Eltmann trotz der anhaltenden Personalprobleme am Rande einer Niederlage. Der auf einen Abstiegs- platz durchgesackte Meister 2015 und 2016 hat am Ende beim designierten Meister 2017 aber doch mit 2:3 verloren: zum zehnten Mal nacheinander. Am Samstag kommen die Gebeutelten um einen ersten Sieg seit dem 22. Oktober (3:1 gegen den TSV Grafing) nicht herum, andernfalls wird es eine überaus komplizierte Angelegenheit, um den Abstieg herumzukommen.

Es wird aber vielleicht auch schon eine ziemlich komplizierte Angelegenheit, die Buben vom Bodensee in ihre Schranken zu weisen. „Der Auftritt in Eltmann hat nur bedingt Aussagekraft, da wir am Wochenende wieder vor einer neuen Situation stehen“, sagt der Trainer Markus Weiß. Die neue Situation konfrontiert den 33-Jährigen mit einem weiter verschärften Zuspielproblem. Matthias Welsch, versierte Aushilfskraft aus der zweiten Vertretung, kann die Position aus privaten Gründen am Samstag nicht bekleiden. Der Stammzuspieler Patrick Köder fehlt wegen seiner Schulterverletzung schon lange, und sein nomineller Vertreter Christian Bura war zuletzt wegen einer Ellbogenentzündung außen vor. Jetzt schaut Markus Weiß, wer gegen die jungen Gäste aus Friedrichshafen Bälle verteilen kann.

 

Es ist dabei ja nicht so, dass er sonst keine Personalsorgen hätte. In Eltmann konnte eine Handvoll Spieler gar nicht mitmischen; und Trainingseinheiten mit reduziertem Kader sind der Alltag. „Wir brauchen nun aber dennoch Siege, um in der Klasse zu bleiben“, sagt Markus Weiß. Das unterscheidet sein Team vom nächsten Gegner.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


Ansprechpartner Presse


Presse & Öffentlichkeitsarbeit
SV Fellbach, Abteilung Volleyball
mail

Hall of Fame

Deutscher Vizemeister: 1998

Meister 2. Bundesliga 1995, 2001, 2015, 2016 

Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

Sieger Süddeutscher Pokal 2014

Landespokalsieger 2015

 

Ehemalige Fellbacher Volleyballsternchen:

Karlo Striegel, Frank Bachmann, Christian Pampel, Holger Werner,Alexander Haas, Alexander Walkenhorst, Goran Iliev, Matthias Pompe, Simon Tischer, Christian Metzger, Dirk Oldenburg, Michael Dornheim, Jörg Ahmann, Stepan Masic, Ronny Pietsch, Christian Kilgus, Dirk Taubert, Robert Jetschina, Ronald Rietz, Paul Duerden, Petri Sainio, Marc Blaich, Michael Raddatz, Adis Katanovic, Simo Hanaoui, Gregory Hansen, Jochen Schmid, Adis Katanovic, Edgar Tetsuekoue ...