Nur der Gegner in Abstiegsgefahr

Der SV Fellbach erwartet in der zweiten Bundesliga die Gäste des GSVE Delitzsch, denen der Rückfall in die dritthöchste Spielklasse droht.


16.02.2018

Nicht nachlassen, Jungs: Thiago Welter (Mitte) fordert vom Fellbacher Zweitliga-Team die bestmögliche Leistung. Foto: Patricia Sigerist

Die erste Volleyball-Bundesliga ist notorisch unterbesetzt. Auch wer jedes Spiel verliert wie die Bergischen Volleys, muss den Abstieg nicht fürchten, sofern er die Rahmenbedingungen weithin erfüllt. In der zweiten Liga finden sich nur gelegentlich Kandidaten, die sich den finanziellen und strukturellen Herausforderungen der höchsten Spielklasse ihres Sports stellen können und wollen. Auf der zweitobersten Ebene sammeln sich derweil immer mehr gute Teams an, die sich dort bestens aufgehoben fühlen. Mittlerweile sind es so viele, dass auch ein paar der guten Bekannten mit dem Abstieg rechnen müssen. Wer fast jedes Spiel verliert wie die L. E. Volleys aus Leipzig in der zweiten Bundesliga Süd, hat keine Chance. Der Meister 2014 wird in der nächsten Saison unweigerlich eine Etage tiefer schmettern. Gar nicht unwahrscheinlich, dass ihn der Nachbar und Meister 2012 begleiten wird: Dem GSVE Delitzsch, am Samstag (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) beim SV Fellbach zu Gast, droht ebenfalls der Rückfall in die dritte Liga.

Die zweite Bundesliga ist nicht unterbesetzt. Sie ließe sich problemlos überbuchen. 21 Vereine der dritten Liga haben sich in diesen Tagen insgesamt – bei Frauen und Männern, im Norden und Süden – dem Vorlizenzierungsverfahren unterzogen. Sie alle wollen nach oben; nicht für alle wird oben Platz sein. Vier Mannschaften streben zum SV Fellbach und zum Dauer-Zweitligisten FT Freiburg (seit 2001) ins Klassement: VC Gotha, ASV Dachau, TSV Mimmenhausen, TuS Kriftel. Zwei dürfen mit einer Eintrittskarte rechnen: Nach Lage der Dinge sind das der TSV Mimmenhausen und der VC Gotha. Für sie werden, wie es ausschaut, zwei Ostklubs weichen: die L. E. Volleys – und wohl auch der GSVE Delitzsch. Der Verbund um den Trainer Frank Pietzonka hat als Tabellenelfter – die Volleyball-Schüler aus Friedrichshafen und aus dem Internat in Frankfurt dürfen unter Männern losgelöst von Ergebnissen Erfahrung sammeln – zwar bloß vier Punkte Rückstand auf die Zweitvertretung des TSV Unterhaching. Die Bayern allerdings haben auch noch zwei Spiele weniger absolviert. Zum Tabellenneunten SSC Karlsruhe mit dem ehemaligen Fellbacher Trainer Diego Ronconi fehlen dem GSVE Delitzsch gar bereits neun Zähler. „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagt Robert Karl, der Klasseblocker im Delitzscher Dress, der mit seinen Nebenleuten schon ungleich bessere Zeiten erlebt hat, wenige Tage vor der Fahrt zum SV Fellbach.

Thiago Welter und die ihm Anvertrauten, die sich als rotes Rudel verstehen, haben elf Punkte Vorsprung auf den GSVE Delitzsch. Der Tabellensechste, bis dahin elfmal erfolgreich, war in der laufenden Runde nie in Abstiegsgefahr; jetzt ist er darüber hinaus aber kurz davor, frühzeitig selbst rein theoretische Zweifel am Klassenverbleib zu beseitigen. Nach einem Sieg gegen die Gäste aus Sachsen müsste der SV Fellbach seine sieben ausstehenden Begegnungen allesamt verlieren, der GSVE Delitzsch müsste zudem seine fünf restlichen Spiele gewinnen, um noch am nächsten Gegner vorbeiziehen zu können – ein absurdes, mithin unrealistisches Szenario.

„Dass wir eine solch komfortable und angenehme Situation haben, ist das Verdienst meiner Jungs; sie haben sehr, sehr konsequent gearbeitet“, sagt der Trainer Thiago Welter, der ebenfalls sehr, sehr konsequent arbeitet, gerade auch noch Prüfungen in seinem Mechatronikstudium absolviert. „Wir müssen nicht rechnen. Auch diesmal wollen wir einfach unsere bestmögliche Leistung aufs Feld bringen.“ Dann wird man schauen, ob das zum zwölften Saisonsieg führt. Die Volleyballer aus Delitzsch sind mit dem Zuspieler Felipe Pardini-Glaser unbedingt konkurrenzfähig, steigen aber wohl ab, obschon sie bis dahin acht Spiele mehr für sich entschieden haben als die Bergischen Volleys in der ersten Liga.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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