Nur die Nationalteams sind besser

Beachvolleyball Tim Holler und Lars Lückemeier beenden die deutschen Titelkämpfe an der Ostsee auf dem vierten Platz. Philipp Arne Bergmann und Yannick Harms verlieren erst im Finale.


03.09.2018

Nebenfach Beachvolleyball: Lars Lückemeier (links) und Tim Holler bei den deutschen Meisterschaften Foto: Tom Bloch

Für Tim Holler beginnt an diesem Montag ein neuer Abschnitt seiner Ausbildung. Der Student des Wirtschaftsingenieurwesens absolviert nun ein Praktikum bei einem namhaften Stuttgarter Autobauer. Am Sonntagmorgen war der 27-Jährige noch an ganz anderer Stelle und in ganz anderer Weise gefordert. Tim Holler stemmte sich mehr als 700 Kilometer entfernt in Timmendorfer Strand der Konkurrenz bei den deutschen Meisterschaften der Beachvolleyballer entgegen. Er scheiterte mit Lars Lückemeier, 23, zwar im Halbfinale, doch über den vierten Platz mussten sich die beiden nicht grämen. Für die Begabten vom SV Fellbach ist der Sport längst Nebenfach und kein Hauptfach mehr wie für die drei noch besser platzierten Doppel, allesamt Nationalteams. Den Titel eroberten an der Ostsee Clemens Wickler und Julius Thole. Das favorisierte Duo verfrachtete Yannick Harms und Philipp Arne Bergmann am Sonntagnachmittag vor den 6000 Zuschauern mit einem 2:1-Erfolg (17:21, 21:12, 17:15) auf den zweiten Platz. Die Auswahlgefährten, bis zur vorvergangenen Saison in den garstigeren Jahreszeiten noch beim Hallen-Zweitligisten SV Fellbach mit Klasseleistungen auffällig, hatten drei Matchbälle abwehren können. Drei waren nicht genug. Beim vierten Versuch dirigierte Clemens Wickler die Kugel nach starker Abwehraktion unerreichbar übers Netz.

Im Vorjahr hatte Tim Holler an der Seite von Clemens Wickler auf den nationalen Titel bestanden. Nach dem größten Erfolg seiner Laufbahn musste er allerdings den zentralen Stützpunkt in Hamburg verlassen; der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) hatte ihn wieder aussortiert. Seither ist der blonde Blocker kein Profi mehr. Er kann wie sein Kompagnon Lars Lückemeier, 2017 mit Alexander Walkenhorst (früher ebenfalls beim SV Fellbach) Fünfter in Timmendorfer Strand, aber auch unter den gegebenen Rahmenbedinungen noch ziemlich gut Beachvolleyball spielen. Die Vertreter des SVF entschieden an der Seebrücke in Timmendorfer Strand ihre ersten drei Begegnungen für sich: Am Freitag setzten sie sich gegen Max-Jonas Karpa und Milan Sievers durch (21:15, 17:21, 15:13), am Samstag gegen Lucas Mäurer und Dirk Westphal (21:11, 21:9) sowie im Viertelfinale gegen Max Betzien und Jonathan Erdmann (21:18, 21:12). „Das war echt cool. Wir waren mega gut im Spiel, und Tim hat extrem gut geblockt“, sagte Lars Lückemeier.

Im Halbfinale sah Tim Holler seinen ehemaligen Mitspieler Clemens Wickler im Sand wieder – als Widersacher. Vergangene Woche hatten Tim Holler und Lars Lückemeier noch bei Clemens Wickler in Hamburg übernachtet. Am Sonntagmorgen unterlagen sie ihrem Gastgeber, der im Verbund mit Julius Thole nach dem Semifinale (21:18, 21:17) später auch das Endspiel gegen Yannick Harms und Philipp Arne Bergmann gewinnen sollte. Die Reisenden vom SV Fellbach beendeten die nationalen Titelkämpfe in Timmendorfer Strand mit einer Niederlage im Spiel um Platz drei (25:27, 16:21) gegen Lars Flüggen und Nils Ehlers, die ebenfalls am Verbandsstützpunkt in Hamburg trainieren und – finanzielle – Unterstützung erfahren. „In Anbetracht der unterschiedlichen Voraussetzungen ist es irgendwie doch logisch, dass die Nationalteams etwas besser sind“, sagte Lars Lückemeier: „Aber wir sind die Besten hinter den Nationalteams, das ist ein schöner Saisonabschluss für uns.“

Ein Saisonabschluss allerdings, den rasch der Altag eingeholt hat: Tim Holler hat sich mit seinen Eltern eilig auf den mehr als 700 Kilometer langen Heimweg gemacht. An diesem Montag beginnt für ihn ein neuer Abschnitt seines Studiums bei einem großen Autobauer. Beachvolleyball ist dann kaum mehr ein Nebenfach.

Thomas Rennet  Fellbacher Zeitung


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