Nur manchmal wie in verblassten guten Zeiten

Die Gastgeber im Trikot des SV Fellbach leiden weiterhin unter ihren Personalproblemen, sind gegen den SV Schwaig erst spät konkurrenzfähig und müssen in der zweiten Bundesliga die achte Niederlage nacheinander hinnehmen.


19.12.2016

Foto: Patricia Sigerist

Die Zweitliga-Volleyballer des SV Fellbach können offenbar nicht mehr gewinnen. Am Samstagabend unterlagen die Schlagmänner des SVF dem SV Schwaig nach einem am Ende beherzten Kampf mit 1:3 Sätzen (19:25, 23:25, 25:15, 21:25). Es war die achte Niederlage nacheinander. Markus Weiß, der Fellbacher Trainer, gab sich dennoch optimistisch: „Das Spiel gibt Mut. Wir haben Mitte des zweiten Satzes angefangen mitzuspielen.“

Als Yannick Harms am Samstagabend in der Fellbacher Gäuäckerhalle I beim Stand von 18:15 im dritten Durchgang für die SVF-Vertretung zum Aufschlag schritt, da konnte einem die Vergangenheit – die nicht mal so weit entfernte Vergangenheit in den Sinn kommen. War da was? Die Gäste hatten kurz zuvor vom ersten Schiedsrichter Markus Schardin eine Verwarnung wegen andauernden Reklamierens erhalten. Und Jozef Janosik, der Schwaiger Trainer, hatte gleich noch eine Auszeit genommen. Der SVF war nun auf dem Weg zum Sieg – so war das doch früher immer gewesen. Und jetzt noch Yannick Harms am Aufschlag. Der Auftakt zum Finale sozusagen. Und tatsächlich, dem SVF sollten sieben Punkte in Folge gelingen. Und Yannick Harms ließ es dabei krachen, krachen wie in besten Zeiten: ein Ass, zwei Asse, drei Asse, vier Asse, fünf Asse. Die Gäste wurden sturmreif geschossen. Der SVF gewann den dritten Abschnitt.

Aber nicht das Spiel. Denn es war nur ein wenig so wie früher, als die SVF-Volleyballer mit ausgeprägtem Selbstvertrauen von Sieg zu Sieg eilten. Zu zwei Meistertiteln nacheinander. Am Samstag, ganz anders als zu den verblassten guten Zeiten, agierten die Volleyballer im Fellbacher Trikot zunächst ängstlich. Sie rannten stets den Gästen aus Schwaig hinterher. Oder klar formuliert: Sie waren chancenlos. „Wir können unter der Woche immer nur zu sechst trainieren“, sagte Markus Weiß. „Da brauchen wir mindestens einen Satz unter Wettkampfbedingungen zum Aufwärmen.“

So ließen die Franken die Partie vor 200 Zuschauern gemächlich dahinplätschern, es reichte mühelos, um die Männer des SV Fellbach unter Kontrolle zu halten. Der am Ende knappe Ausgang des zweiten Durchgangs nach einer 20:15-Führung des SV Schwaig geschenkt. Bis zum Stand von 14:14 im dritten Abschnitt schien der Spielverlauf dann den aus Fellbacher Sicht mittlerweile gewohnten Gang – zur Niederlage – zu nehmen. Die Gastgeber spielten brav mit, machten aber immer wieder einen Fehler zu viel. Doch plötzlich wehrten sie sich. So leicht wollten sie sich doch nicht geschlagen geben. „Yannick Harms hat dann den dritten Satz für uns gewonnen“, sagte Markus Weiß. Im vierten Abschnitt entwickelte sich schließlich ein Spiel auf Augenhöhe. Ja, da war es wieder. Dieses gewisse Momentum, das den Unterschied macht, das zum Siegen verhilft. Die SVF-Volleyballer waren nahe dran am 2:2-Satzausgleich, vielleicht gar an einem Sieg. Doch am Samstagabend trafen sie auf einen Gegner, der zeigte, warum er auf dem zweiten Rang Weihnachten feiert.

Oder wie es Markus Weiß im besten Stil eines A-Lizenz-Trainers formulierte: „Wir haben die Schwaiger vor schwierige Aufgaben gestellt. Allen voran Florian Tafelmayer und Janis Späth haben aber mit ihren ausgeprägten individualtaktischen Fähigkeiten immer wieder sehr gute Lösungen gefunden.“ So reichte es den Fellbachern erneut nicht zu Punktgewinnen in der Tabelle. Die Abstiegsränge rücken immer näher.

Doch Markus Weiß hat primär andere Sorgen, das Verletzungspech scheint kein Ende nehmen zu wollen. Seit Samstagabend bangt der SVF-Trainer nun auch um den Libero Sebastian Mättig. Dieser verletzte sich am linken Daumen und hatte nach Spielende ein Daumengelenk in Form einer Christbaumkugel. „Ich kann es kaum noch glauben“, sagte Markus Weiß. Um zu ergänzen: „Wir müssen Ruhe bewahren. Jetzt ist Pause bis zum 2. Januar. Und dann ist die Misere hoffentlich vorbei.“ Sprach’s – wohl mit mehr Hoffnung als Glaube.SV Fellbach: Hanenberg, Harms, Bergmann, Jalowietzki, Lagzdins, Mättig, Bura, Leipert, Nadale, Winter, Filo.

Uwe Abel   Fellbacher Zeitung


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