Nur Siege helfen – fünf oder sechs

Nach zuletzt acht Niederlagen in der zweiten Bundesliga benötigt die von Personal- und Abstiegssorgen gepeinigte Mannschaft des SV Fellbach eine Wende – möglichst schon am Samstagabend gegen die Gäste des GSVE Delitzsch.


13.01.2017

Foto: Patricia Sigerist

So weit also ist es jetzt schon: Die Volleyballer des SV Fellbach haben ein durchaus betrübliches Jahresauftaktwochen- ende in der zweiten Bundesliga hinter sich, dabei haben sie selbst gar nicht gespielt. Ihr Startversuch in Rüsselsheim ist wegen eines Heizungsschadens in der Sporthalle abgesagt worden, deshalb greifen die Fellbacher erst wieder am Samstag (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) gegen den GSVE Delitzsch ins Ligageschehen ein. Doch nach ausufernder Verletzungs- und Niederlagenserie verlieren sie offenbar auch dann, wenn sie gar nicht verlieren. Der kleine Vorsprung auf die Abstiegsplätze ist quasi weg. Die mitbedrohte Konkurrenz will nun gar nicht den Eindruck erwecken, als könne ihr der Sturz in die dritte Liga widerfahren. Sie gewinnt lieber – und zieht den Meister der beiden vergangenen Jahre noch ein Stück tiefer in den Schlamassel.

Der SV Fellbach, als Aufstiegskandidat gestartet, ist vor den ausstehenden elf Begegnungen tatsächlich ein Abstiegskandidat. Das mag unpassend und unschön klingen nach all den famosen Auftritten der Meisterjahre, ist aber nichts weiter als die Wahrheit. Nüchtern gesehen: Fünf Mannschaften, darunter der von Personalsorgen gepeinigte Ligaprimus vergangener Tage, müssen um die Aufenthaltsverlängerung in der zweiten Bundesliga fürchten. Mehr werden es eher nicht mehr in der gefährdeten Zone, weil die ersten sieben (zu) weit entfernt sind. Die fünf hinter den sieben sind: L. E. Volleys (18 Punkte), SV Fellbach (16 Punkte), TV/DJK Hammelburg (15 Punkte), TSV G. A. Stuttgart (15 Punkte) und TSV Grafing (14 Punkte). Zwei von ihnen werden sich nach Lage der Dinge im April nach unten verabschieden, weil der Tabellenletzte VYS Friedrichshafen, die Bundesstützpunktauswahl am Bodensee, mit einem Sonderspielrecht antritt. Drei der vier Mitgeplagten haben vor sechs Tagen zum Ligastart 2017 Siege erzielt.

Alle vier kommen nicht wirklich daher wie potenzielle Absteiger. Zwei – die seit Ende November sechsmal nacheinander erfolgreichen L. E. Volleys aus Leipzig (Titelgewinner 2014) und der TV/DJK Hammelburg (Tabellendritter 2016) – sind wohl eher verhinderte Spitzenteams. Sie ähneln da in gewisser Weise dem SV Fellbach. Was das bedeutet? Die Situation   ist ein bisschen unheimlich für den Meister. Und äußerst prekär. „Wir müssen mindestens fünf unserer elf verbleibenden Spiele für uns entscheiden, ich tippe sogar auf sechs oder sieben“, sagt der Fellbacher Trainer Markus Weiß.

Dabei ist die Personalsituation nach wie vor schwierig. Der SV Fellbach muss noch immer und bis auf Weiteres ohne vier seiner Akteure antreten. Der Kapitän Marvin Klass und der Zuspieler Patrick Köder können das Team wegen ihrer anhaltenden Schulterprobleme nur am Rande des Spielfelds unterstützen. Tin Tomic fällt nach einer Knieoperation noch länger aus, Tibor Filo steht der Eingriff nächste Woche bevor. Dafür gehören auch diesmal wieder beide Beach-Profis dem Aufgebot an: Yannick Harms und Philipp Arne Bergmann. Am Montag, beim 3:0-Pokalerfolg in Ludwigsburg, übernahm das Duo mit Erstliga-Vergangenheit weithin gemeinsam die Verantwortung auf der Außenposition. Später kam dann Jan Jalowietzki, vergangene Saison noch beim GSVE Delitzsch, für Philipp Arne Bergmann. „Wie wir am Wochenende spielen werden, wird sich noch zeigen. Wir probieren gerade aus, welche Möglichkeiten wir haben“, sagt Markus Weiß: „Ich denke, es geht vor allem um Konstanz und um individuelle Lösungsmöglichkeiten.“

Beim GSVE Delitzsch war der SV Fellbach Ende Oktober, auch schon in eingeschränkter Besetzung, über ein 2:3 nicht hinausgekommen. Für die reisende Patientenansammlung war das die erste von acht Niederlagen nacheinander. Jetzt ist der SV Fellbach Neunter. Die Volleyballer aus dem Osten des Landes hingegen behaupten den dritten Tabellenplatz und sind damit ziemlich weit weg von der Abstiegsregion, in die Markus Weiß mit seinem Verbund geraten ist. Und aus der von diesem Samstag an nur Siege heraushelfen. Fünf oder gar sechs.

Info Die zweite Vertretung des SV Fellbach startet am Samstag nach der Weihnachtspause ebenfalls wieder in das Ligageschehen. Der Regionalliga-Vierte tritt beim fünftplatzierten MTV Ludwigsburg an. Spielbeginn ist um 19 Uhr in der Alleenhalle.

 

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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