Oben und unten können nah beieinander sein

Die Schlagmänner aus Fellbach und ihre Gäste aus Hammelburg stehen aufgrund von Personalproblemen ganz anders da als noch vor acht, neun Monaten. Der Zweitliga-Meister ist jetzt Siebter, der Dritte der vergangenen Saison auf einem Abstiegsplatz.


18.11.2016

Foto: Patricia Sigerist

Der eine Kapitän trägt wie der andere die Nummer 10 auf Brust und Rücken. Der eine Kapitän steht wie der andere mit seinen Nebenleuten nicht so fein da wie noch vor acht, neun Monaten. Wie nah oben und unten beieinander sein können, das weiß Felix Bendikowski mit den Volleyballern des TV/DJK Hammelburg ganz gut. Der Flugverbund aus Franken gab in der vergangenen Zweitliga-Saison einen überaus wehrhaften Aufsteiger ab, kam hinter dem SV Fellbach und den Volleys Eltmann direkt als Dritter an. In dieser Runde allerdings hat auch die Mannschaft um den Trainer Tado Karlovic mit Personalproblemen zu schaffen. Sie ist dabei in der zweiten Bundesliga noch weiter durchgereicht worden als der SV Fellbach um seinen Anführer Marvin Klass, der selbst ja nach einer Leistenoperation bis Ende Oktober gar nicht mit Hand anlegen konnte. Am Samstag (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) erwartet der 28-Jährige nun mit dem Tabellensiebten den Kapitäns- kollegen Felix Bendikowski mit dem Tabellenelften aus Hammelburg. Ein Spitzenspiel ist das gerade nicht mehr, aber es kann schon noch sein, dass es eine Spitzenleistung braucht, um den Abend erfolgreich zu gestalten.

Die Gäste haben exakt ein Saisonspiel für sich entschieden. Sechs Versuche blieben erfolglos. Sie finden sich deshalb auf einem Abstiegsplatz wieder, obschon sie an sich, zumal mit dem Jugendnationalspieler Lorenz Karlitzek sowie mit den kroatischen Zugängen Bruno Simunic und Branko Damjanovic, weit davon entfernt sind, ein Abstiegskandidat zu sein. Die Volleyballgemeinde in Hammelburg ist allerdings auch weit davon entfernt, in Unruhe zu geraten. „Wir haben in keinem bisherigen Spiel schlecht gespielt“, bilanziert der Libero Lukas Spachmann. Heißt: Die Gegner waren gut. Niemand drängt sich in dieser Liga für den Gang nach unten auf. Den anderen Abstiegsplatz, das nur zur Erläuterung, belegen mithin die L. E. Volleys aus Leipzig. Der Meister 2014, zunächst ebenfalls nicht in Topbesetzung unterwegs, hat bis dahin noch gar nicht gewonnen und ziemlich beste Spieler in seinem Aufgebot.

So gesehen können die Fellbacher ja fast schon froh darüber sein, dass sie den verbreiteten Misslichkeiten vier Erfolge abgetrotzt haben. Dabei half stets Yannick Harms an markanter Stelle mit. Bei allen vier Niederlagen war der Außenangreifer mit Erstliga-Vergangenheit (VfB Friedrichshafen, CV Mitteldeutschland) dagegen nicht im Fellbacher Aufgebot. Zuletzt, beim VC Dresden (1:3), war der Beach-Profi seiner Schulterbeschwerden wegen erneut nur als Assistent an der Seite des Trainers Markus Weiß, ebenso wie Jan Jalowietzki nach seiner Knieverletzung.

Die Anwesenheit der Blessierten selbst im fernen Osten des Landes spricht unbedingt für den Zusammenhalt beim SV Fellbach. Der Meister 2015 und 2016 benötigt allerdings auch auf dem Spielfeld wieder Verstärkung, sonst ist der Versuch der Wende nach zuletzt drei sieglosen Vorstellungen ein überaus komplizierter. In Dresden blieben Markus Weiß acht Akteure für sieben Positionen. Jonas Hanenberg, bei jüngster Gelegenheit geschäftlich verhindert, will nun wieder das Gefüge stärken. Patrick Köder, den Knie- und Schulterprobleme bremsen, hat diese Woche nach rund zweiwöchiger Zwangspause zumindest wieder leicht mit dem Ball trainiert. „Über seinen Einsatz werden wir am Samstagmorgen entscheiden“, sagt Markus Weiß. Und vielleicht reiht sich der Trainerassistent Yannick Harms nach knapp einem Monat wieder bei den Spielern ein.

Die Fellbacher dürfen auf eine etwas bessere Ausgangssituation hoffen. Einerseits. Andererseits schmälern die Voraussetzungen nach wie vor die Aussichten. So konnten auch Sebastian Mättig, Valters Lagzdins und Tin Tomic diese Woche – aufgrund beruflicher oder schulischer Termine – nicht das komplette Trainingsprogramm absolvieren. Marvin Klass hat ebenfalls ein reduziertes Pensum hinter sich nach den Belastungen der vergangenen Begegnungen.

Der Mannschaftsführer muss mit seinen Nebenleuten und dem Trainer Markus Weiß („Die Jungs können im Moment jede Unterstützung gebrauchen“) schwierige Wochen durchstehen. Aber auch Felix Bendikowski, der Hammelburger Kapitänskollege mit der Nummer 10 auf dem Rücken, weiß ja darüber Bescheid, wie nah oben und unten in dieser Liga beieinander sein können

Info Die zweite Vertretung des SV Fellbach hat in der Regionalliga bisher dreimal gewonnen und dreimal verloren. Am Samstag (13.30 Uhr, Gäuäckerhalle I) erwartet sie den Tabellenzweiten TSG Blankenloch.

 

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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