Peemüller ist dann mal weg

Der SV Fellbach verliert ohne den 20-Jährigen mit 1:3 in Schwaig.


04.02.2019

Richard Peemüller Foto: Picture Partners

Das jüngste Geschehen abseits der Spielfelder ist nicht dazu angetan, die eh schon geringen Chancen des SV Fellbach in der zweiten Bundesliga zu erhöhen. Am Tag vor Transferschluss hatte sich Alexander Duncan-Thibault, Diagonalangreifer des TV Rottenburg, eine Sprunggelenksverletzung zugezogen. Die Verantwortlichen des Erstliga-Elften begaben sich in aller Eile auf die Suche nach einem neuen Schlagmann und fanden ihn tatsächlich noch: in Fellbach. Binnen kurzer Zeit hatten die Vertreter der beiden Vereine am Donnerstagabend die Rahmenbedingungen geklärt. Um 23.05 Uhr telefonierte der Rottenburger Manager Philipp Vollmer mit Richard Peemüller. Nach dessen Zusage war der Wechsel um 23.32 Uhr, also noch rechtzeitig, perfekt. Am Samstagabend bereicherte der 20-Jährige im Heimspiel gegen die United Volleys Frankfurt (0:3) bereits das Aufgebot des TV Rottenburg, durfte selbst aber noch nicht mit eingreifen. Der Zweitliga-Vorletzte SV Fellbach unterlag derweil ohne ihn trotz hartnäckiger Gegenwehr mit 1:3 (19:25, 20:25, 25:22, 25:27) beim SV Schwaig. Ungeachtet der respektablen Vorstellung geht nun wohl im siebten Jahr eine lange überaus erfolgreiche Zeit der Fellbacher Volleyballer auf zweithöchstem Niveau zu Ende.

Diese Periode geht ohne Richard Peemüller zu Ende. Am Donnerstagabend war er im Training in der Gäuäckerhalle I noch Teil des Fellbacher Teams, am Freitagnachmittag hatte er bereits die Erstliga-Akteure des TV Rottenburg an seiner Seite. „Das ging alles ziemlich schnell, von daher hat mich das ziemlich überrollt. Viel Zeit zum Überlegen gab es nicht”, sagte Richard Peemüller, der im Sommer 2017 vom VC Dresden beim SVF angekommen war. „Wenn Richard das machen möchte, werden wir einen Teufel tun und ihm Steine in den Weg legen”, sagte Alexandra Berger. Die 35-Jährige ist Abteilungsleiterin bei den Fellbacher Volleyballern und schreckt in ihrer Sportart aus guter Gewohnheit vor keiner Aufgabe zurück. So unterstützt die A-Lizenz-Aspirantin den Cheftrainer Thiago Welter in der zweiten Liga. Und weil der ehemalige Profi aus Brasilien seit Kurzem mitspielt, übernimmt seine Assistentin während der Begegnungen die Verantwortung. Am Samstag in Schwaig konnte sie dabei samt der Mannschaft aus gegebenem Anlass nicht mehr auf den Hauptangreifer der vergangenen Monate setzen. „Die Jungs haben sich für Richard gefreut und das sportlich genommen. Und sie haben trotzdem ein gutes Spiel gezeigt”, sagte Alexandra Berger.

Die Gäste um Ivaylo Spasov, den verbliebenen Diagonalangreifer im Aufgebot, gewannen gegen das zunächst bestimmende Heimteam den dritten Durchgang, und der vierte Abschnitt ging erst nach einem Satzball bei einer 25:24-Führung verloren. „Wir hätten einen Punkt verdient gehabt”, sagte Alexandra Berger. Der Außenangreifer Alexander Benz, zum wertvollsten Akteur der knapp Unterlegenen gekürt, ist mit seinen Nebenleuten mitunter nahe dran an der Konkurrenz auf zweithöchstem Level im Land. Die Niederlagen allerdings haben sich summiert ohne die meisten Protagonisten der Meisterjahre 2015 und 2016, ohne Klassespieler wie Marvin Klass, Yannick Harms oder Valters Lagzdins. Daher liegt das neu formierte Team mittlerweile doch schon weit zurück; die Fellbacher trennen neun Punkte vom zehnten Tabellenplatz, der am Ende den Ligaverbleib verspricht. Und sieben Begegnungen stehen bloß noch aus. Ohne Richard Peemüller.SV Fellbach: Harms, Nadale, Leipert, Welter, Spasov, Benz, Klaue, Mättig, Maser, von Berg, Hirning, Blötscher.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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