Pokalspektakel mit Parkplatznot

Zweitliga-Mannschaft und Abteilung des SV Fellbach profitieren von der 1:3-Niederlage gegen den Erstligisten SVG Lüneburg. Wie in vergangenen Zeiten ist an diesem besonderen Abend mal wieder richtig viel los - draußen und drinnen.


20.12.2014

Fotos: PatricicaSigerist

Draußen herrschte ein bisschen kreatives Chaos. Der Volleyballfan als solcher wand sich mit seinem Fahrzeug des Wegs und fluppte zur Not auch in Kleinstlücken. Am Eingang bildete sich eine Schlange bis hinaus in die Kälte. Es war fast wie in vergangenen Volleyball-Zeiten in Fellbach, weil drinnen wieder das Programm dazu angetan war, breites Interesse zu wecken. Der SV Fellbach durfte trotz Niederlage gegen den VC Dresden ins Viertelfinale des nationalen Pokalwettbewerbs einziehen; der insolvente Gegner hatte die Lizenz verloren. Und trotz Niederlage gegen die SVG Lüneburg hat der Gastgeber diese Chance genutzt. Vor 600 Zuschauern hat die Zweitliga-Mannschaft am Dienstagabend Werbung in eigener Sache gemacht. Wie auch das Team hinter dem Team um den Manager Stephan Strohbücker, das nur wenige Tage Zeit - in der Freizeit - hatte, das Pokalspektakel in der Gäuäckerhalle I vorzubereiten.

Die Volleyballer des SV Fellbach, das ist der Eindruck, der bleibt, nähern sich wieder dem höchsten Niveau. Sportlich wie organisatorisch. Ob und, wenn ja, wann die Entwicklung tatsächlich in die erste Bundesliga führen wird, ist nicht abzusehen. Aber die Richtung stimmt. Im dritten Jahr in der zweithöchsten Spielklasse nach dem Aufstieg 2012 sind die Strukturen wieder ein Stück besser - und der Kader ist es auch.

Nach dem neunten und dem sechsten Platz in den ersten beiden Zweitliga-Runden beschließt der SV Fellbach die erste Saisonphase nun als Dritter. Und im Pokal haben sich die Fellbacher beim 1:3 am Dienstagabend (wir haben berichtet) ja unbedingt auch so präsentiert, als gehörten sie zu den Besseren der zweiten Etage: gegen den körperlich klar überlegenen Erstliga-Sechsten SVG Lüneburg, bei dem der Niederländer Tijmen Laane, Michel Schlien und Patrick Kruse, alle 2,06 Meter groß, eine formidable Wand bildeten. Philipp Arne Bergmann war die Wand oft ziemlich egal. Der 23-jährige Diagonalangreifer des SV Fellbach wuchtete die Kugel vor allem im zweiten Satz gern mitten und mit gefühlt 400 Sachen durch diese Wand. 'Er hat schon davor beim 3:0 in der zweiten Liga gegen die L. E. Volleys aus Leipzig gespielt wie ein Verrückter - und jetzt wieder', sagte Robert Jetschina, wie auch andere ehemalige Fellbacher Erstliga-Spieler, etwa Stjepan Masic oder Jörg Ahmann, unter den Besuchern. Britta Büthe, die Beach-Vizeweltmeisterin, saß auf der Tribüne. Jelena Wlk vom Erstligisten Allianz MTV Stuttgart war - in der neu eingeführten Vip-Lounge in der Verlängerung des Spielfeldes - ebenfalls da. Wie viele andere auch. 'Man sieht gerade, wenn du etwas bietest, dann kommen auch die Leute wieder zu uns', sagte Stephan Strohbücker.

Zwischendurch waren die Volleyballer des SV Fellbach sogar mal auf dem Weg zu einer Überraschung. Nach nervösem Auftakt (Tim Kreuzer: 'Ich habe noch nie vor so vielen Menschen gespielt') gelang ihnen ein famoser zweiter Durchgang (25:19). Im dritten Abschnitt führte der Verbund um den trotz Prüfungsstress im Studium ganz starken Kapitän Marvin Klass mit 9:5. 'Lasst uns jetzt Weihnachten versauen', schlug der Trainer Diego Ronconi den ihm Anvertrauten mit Blick auf das Pokal-Halbfinale am 28. Dezember vor. Doch Nuancen brachten die Fellbacher wieder um die Führung. Und einmal vorne, 'sind die Lüneburger Volleyballer kaum noch aufzuhalten' (Ronconi). So ging es dann wie erwartet zu Ende, und so geht es dann wie erwartet weiter: Die Profis aus der Hansestadt in Niedersachsen schieben Dienst an Weihnachten vor dem Pokalauftritt gegen den Dürener Erstliga-Konkurrenten, die Spieler des SV Fellbach haben frei bis zum Trainingsstart am 5. Januar.

'Solche Spiele sind wichtig, das macht nichts, wenn du sie verlierst', sagte Robert Jetschina. 'Du brauchst solche Spiele, um dein Niveau zu steigern.' Von solchen Spielen profitiert die Mannschaft ebenso wie die Volleyballabteilung des SVF. 'Solche Spiele prägen', sagte Diego Ronconi. Davon wird der Trainer reden, wenn für seine Akteure im Januar beim Landesligisten TSV Flacht die neue Pokalsaison beginnt. Am Schluss des Jahres kann trotz Niederlage ein Hauptgewinn in der Gäuäckerhalle I winken. Mit kreativem Chaos draußen, weil drinnen das Angebot gefällt.

Thomas Rennet, Fellbacher Zeitung


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