Punktlandung in der zweiten Bundesliga

Das Team des SV Fellbach bezwingt den TSV Zschopau mit 3:1 und kommt um den Abstieg herum.


08.04.2013

Diego Ronconi hat vergnügt noch einmal nachgerechnet und das Ergebnis seiner Bemühungen auch gleich verkündet: 'Neunzunull.' In dieser Höhe, mit dem Resultat eines sehr einseitigen Eishockey-Spiels, müsste der TSV Niederviehbach am letzten Spieltag bei der TGM Mainz-Gonsenheim gewinnen, um den SV Fellbach noch ein- und überholen zu können. Nun ist es aber so, dass die Regeln im Volleyballsport schon einen 4:0-Erfolg nicht hergeben. Deshalb hat jener vergnügte Kopfrechner, Cheftrainer des SV Fellbach, am Samstagabend mit seiner Mannschaft den Verbleib in der zweiten Bundesliga feiern dürfen. Der 3:1-Sieg (25:21, 20:25, 25:21, 25:14) gegen den TSV Zschopau war nicht besonders schön anzusehen, aber das war den Beteiligten beim SV Fell bach ganz schön egal. Weil der TSV Niederviehbach parallel dazu dem GSVE Delitzsch noch mit 2:3 unterlag, ist dem schwäbi schen Aufsteiger schon vor dem Saisonfinale am 13. April beim Meister VSG Coburg/Grub die weitere Zugehörigkeit zur zweiten Bundesliga sicher. Absteiger sind die Konkurrenten aus Sachsen und aus Bayern: Neben dem längst abgeschlagenen TSV Zschopau (6:40 Punkte) - die beim Tabellenletzten VYS Friedrichshafen versammelten Bundesstützpunkt-Talente (4:44 Zähler) sind im Sinne der Weiterbildung fest verankert - kommt wohl auch der TSV Niederviehbach (14:32 Punkte) um den Gang in die dritte Liga nicht herum. In Reichweite ist nur noch der TSG Grafing (16:30 Zähler), nicht mehr aber davor der punktgleiche SV Fellbach - eben wegen des wesentlich besseren Satzverhältnisses.

Geschafft: Die Volleyballer des SV Fellbach bleiben in der zweiten Liga. Foto: Maximilian Hamm

Das Ende hat sich leicht angefühlt. Im vierten Satz sind die Schlagmänner des SV Fellbach mit breiter Brust dem Ziel entgegengestürmt. Nichts hat sie in den letzten Spielminuten mehr aufhalten können. Dem TSV Niederviehbach erlahmten knapp 300 Kilometer entfernt gegen den GSVE Delitzsch gerade noch rechtzeitig die Widerstandskräfte. Der Rest war stolze Vorfreude - bis Michael Böttiger vom TSV Zschopau mit einem Aufschlagfehler die Vorfreude beim SV Fellbach in die abschließenden Jubelszenen münden ließ. Dieser letzte Eindruck vor heimischer Kulisse bleibt, doch er mag nicht darüber hinwegtäuschen, wie dicht das Team am Abstieg aus der zweiten Bundesliga vorbeigeschrammt ist. Nach einer strammen Hinrunde (12:12 Punkte) hatte die Mannschaft um den Kapitän Marvin Klass ohne dessen kongenialen Spielpartner Lars Lückemeier nicht mehr die in dieser Spielklasse erforderliche Klasse. Fortan fehlten Konstanz und Konsequenz im Abschluss. Niederlage reihte sich an Niederlage. Nichts mehr fühlte sich leicht an. Der Weg war hart. Auch und durchaus sinnbildlich in diesem letzten Heimspiel am Samstagabend gegen den TSV Zschopau.

Die Spieler des SV Fellbach mussten diesen Weg nicht alleine gehen. 500 Zuschauer kamen, um die Mannschaft in ihrem Abstiegskampf zu unterstützen. Das ist die größte Resonanz bei einer Volleyball-Begegnung in der Gäuäckerhalle I seit den letzten Erstliga-Tagen im Jahr 2002. 'An alte Zeiten' erinnert fühlten sich daher zahlreiche Besucher wie Markus Pfitzer, der, einst Stammgast, aus besonderem Anlass wieder mal vorbeigeschaut hatte. Die Tribünengäste mussten am Samstagabend allerdings um die Feier fürchten. Zwischendurch war der SV Fellbach dem Abstieg ganz nahe. Zwar war Lars Lückemeier trotz seiner Schulterprobleme eigens für das entscheidende Spiel ins Team zurückgekehrt. Der 18-Jährige mit der feinen Grundausbildung konnte denn auch - wie von Diego Ronconi erhofft - die Basis stärken und wesentlich zum erfolgreichen Auftakt beitragen. Doch auch der Jüngste, im Angriff sichtlich beeinträchtigt, war im zweiten Abschnitt nicht in der Lage, den Komplettausfall aller Systeme - nach einer 17:14-Führung - zu verhindern. 'Unsere Leute waren wahnsinnig nervös', sagte der Fellbacher Trainer. 'Wir sind in diesem zweiten Satz eingebrochen', sagte Marvin Klass: 'Aber das ist das Einzige, was wir uns an diesem Tag ankreiden müssen.'

Was zählt, ist eh das Ergebnis. Und nicht das Zwischenergebnis. Zu jenem Zeitpunkt lag fernab der TSV Niederviehbach mit 2:1 vorne. Überall auf der Tribüne leuchteten die Smartphones, die Mienen der Beobachter des Live-Tickers der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) trübten sich ein. Es lief ganz schlecht für den SVF - vorübergehend. Später gingen alle Rechnungen des Trainers Diego Ronconi auf. Sein körperlich überlegener Verbund kam mit schnellen Angriffzügen über die Mitte, abgeschlossen von Jonas Hanenberg und Markus Hainich, zurück ins Spiel. Und der GSVE Delitzsch ließ sich in Bayern den Tiebreak - zur Aufheiterung der Internetnutzer in der Gäuäckerhalle I - nicht nehmen.

'Eine Punktlandung', sagte der Fellbacher Teammanager Jens Otterbach. Denn mit 9:0 wird auch am nächsten Wochenende kein Volleyball-Spiel enden. SV Fellbach: Köder, Klass, Lückemeier, Hanenberg, Hainich, Peéry, Abele, Haas, Wolfram, Nadale, Oefner, Lepthin, Stanimirovic, Strohbücker.

Quelle: Artikel aus der Fellbacher Zeitung von Thomas Rennet.


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