Respektable Gegenwehr allein ist nicht genug

Die noch abstiegsgefährdete Konkurrenz ist nicht mehr weit weg: Konkurrenz wie die vom TSV Grafing, am Samstagabend in der zweiten Bundesliga in Fellbach zu Gast.


07.02.2014

Da geht es zum Sieg gegen den TSV Grafing: Der Trainer Diego Ronconi und der Zuspieler Patrick Köder sprechen sich ab. Foto: Patricia Sigerist

Es war mal ein nicht ganz unbekannter Fußballtrainer in Wolfsburg. Er sammelte Spieler aus entlegenen Regionen. Und weil er das sehr gewissenhaft tat, hätte er zu jener Zeit mit seinem Personal bequem drei Begegnungen gleichzeitig austragen können. Weil der Fußballtrainer nicht mit allen reden konnte und das auch gar nicht wollte, kannten ihn einige seiner Spieler bestenfalls vom Sehen. So wie der Kollege Felix Magath will das Diego Ronconi ganz bestimmt nicht haben. Aber ein bisschen komfortabler dürfte sein sportliches Tagwerk dann schon sein. Der Chefanweiser des Volleyball-Zweitligisten SV Fellbach erlebt gerade arg schlecht besuchte Übungsabende. Seine Männer plagen sich mit den Anforderungen in Studium oder Beruf herum. Zuweilen halten sie Verletzungen oder private Termine vom Training ab, und bei den jungen Sandartisten Lars Lückemeier und Tim Holler ge hen im Zweifel die Beach-Verpflichtungen vor. So hat Diego Ronconi, eine Art Anti-Magath, gerade keinen Überfluss, sondern einen Mangel an Spielern zu verwalten. Der 49-jährige A-Lizenz-Inhaber muss schauen, dass er am Samstag (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) im Heimspiel gegen die bayerischen Gäste vom TSV Grafing überhaupt wieder ein schlagfertiges Team zusammenbekommen wird.

Nach Lage der Dinge wird die personelle Ausgangslage nur etwas besser sein - der zweite Zuspieler Felix Klaue kehrt in das Team zurück - als zuletzt am Ammersee. Da waren Diego Ronconi und der Assistenztrainer Jens Otterbach vor den 510 Zuschauern lediglich mit acht Leuten am Start. Viel weniger dürfen es mit Libero nicht mehr werden: Tim Kreuzer gab vor sechs Tagen den einzigen Einwechselspieler. Doch der Vorteil auch in dieser nachteilhaften Situation ist: Auf dem Spielfeld stehen hüben wie drüben immer nur sechs. Die Reisenden aus Fellbach haben beim TSV Herrsching trotz der nahezu alternativlosen Aufstellung eine an sprechende Leistung gezeigt. 'Die Mannschaft hat gut gespielt', sagte Diego Ronconi nach der 0:3-Niederlage (21:25, 22:25, 22:25) beim Aufstiegsanwärter. 'Wir waren in allen drei Sätzen lange auf Augenhöhe.' Erst jeweils am Schluss konnten sich die wuchtigen Gastgeber noch etwas ab- und so auch durchsetzen. In solchen Momenten bietet das aktuelle Miniaufgebot dann halt fast keine Eingreifmöglichkeiten mehr.

Es darf nicht mehr allzu viel passieren. Andererseits muss aus Sicht der Volleyballer des SV Fellbach halt schon auch noch anderes passieren in den nächsten Wochen als bloß respektable Gegenwehr, die weitere Niederlagen begleitet. Der Tabellenfünfte um den Passgeber Patrick Köder, in diesem Jahr erst einmal erfolgreich, hat zwar immer noch eine ordentliche Zwischenbilanz in der laufenden Zweitliga-Runde. Doch die Konkurrenz rückt auf. Die Konkurrenz wie der TSV Grafing, der nach dem 3:0-Sieg im direkten Aufeinandertreffen fünf Punkte Vorsprung hat auf die TGM Mainz-Gonsenheim, die - wie der aussichtslos zurückgefallene TSV G. A. Stuttgart - einen Ab stiegsplatz belegt. Der TSV Grafing ist immer noch nicht weit genug weg von den Mainzern und doch näher dran mittlerweile am SV Fellbach. Drei Punkte sind es nur vom zehnten zum fünften Rang. 'Das Spiel gegen den TSV Grafing wird für uns ganz, ganz wichtig', sagte Diego Ronconi: 'Aber wenn wir das Niveau vom Spiel in Herrsching wiederholen können, haben wir, so denke ich, eine sehr gute Chance.'

Thomas Rennet, Fellbacher Zeitung


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