Rock'n'Roll in der Gäuäckerhalle

Gerissene Angriffsschläge und mitreißende Emotionen: Nach zuletzt fünf Siegen erwartet der Zweitliga-Tabellenführer SV Fellbach am Samstagabend die TGM Mainz-Gonsenheim. Davor steht das zweite Team den Gästen vom TV Hausen gegenüber.


08.11.2013

Lufthoheit nicht nur für Lars Lückemeier: Der 19-Jährige ist mit den Volleyballern des SV Fellbach gerade ganz oben in der zweiten Bundesliga. Foto: Holger Strehlow

Die Volleyballer des SV Fellbach gewinnen mittlerweile ohne Unterlass. Vor dem Heimspiel am Samstag (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) gegen die TGM Mainz-Gonsenheim haben sie in dieser Zweitliga-Saison schon sechs Spiele für sich entschieden. Fünf davon in Serie, weshalb sie seit dem 28. September ohne Niederlage auskommen. In der vergangenen Runde wären die Fellbacher mit insgesamt gerade acht Siegen fast abgestiegen. Jetzt sind sie Tabellenführer. Und nicht mehr Außenseiter. 'Wir müssen sehr konzentriert und ernst mit dieser Situation umgehen', sagt der Trainer Diego Ronconi.

Sein Team präsentiert sich bis dahin wie verwandelt, dabei hat sich personell eher wenig verändert. Der SV Fellbach baut auf acht Spieler, die auch im ersten Zweitliga-Jahr zum Kader gehörten. Ein junges Quartett aus der zweiten Mannschaft komplettiert das Aufgebot. Alle zusammen bilden in diesen ersten Wochen der Saison eine erfolgreiche Einheit. Das hat mit den internen Zugängen zu tun, die flott mitmischen und dabei den Laden auch mal aufmischen. Zuletzt, beim 3:0-Erfolg gegen die VYS Friedrichshafen, hat Tim Kreuzer, 21, kühnen Sport geboten. Gerissene Angriffsschläge und mitreißende Emotionen. Volleyball? Rock'n'Roll in der Gäuäckerhalle I! Und der 22-jährige Tim Holler, ganz unaufgeregt, spielt so, als sei er schon vor ziemlich langer Zeit ins Zweitliga-Geschehen eingestiegen und nicht erst im September.

Doch an der Verwandlung dieser Mannschaft haben auch die angestammten Kräfte ihren Anteil. Spieler wie Raimund Abele oder Valentino Nadale haben an Erfahrung hinzugewonnen auf diesem Niveau. Jonas Hanenberg ist fast so etwas wie ein Neuer, ein halber Neuer zumindest. Der Längste, 2,05 Meter groß, hatte sich vor 13 Monaten einer Knieoperation unterziehen und lange pausieren müssen. Nun ist er voll da, eine vitale Wand vor den gegnerischen Angreifern. 33 Blockpunkte hat der 24-Jährige mit Erstliga-Vergangenheit in den ers ten sieben Saisonspielen gesammelt - das ist eine gewaltige Ausbeute. In der vorherigen Runde war Daniel Wolfram, mittlerweile in der zweiten Vertretung, am Ende mit 44 Blockpunkten der beste SVF-Akteur in dieser Rubrik - das nur zum Vergleich. So fügt sich das eine zum anderen. Der Zuspieler Patrick Köder, 23, etwa geht mit wachsender Reife voran. Vergangene Saison war er schon gut. Derzeit ist er, betont konzentriert und ernst, sehr gut: einer der versiertesten Angriffslenker der zweiten Liga.

So gut passt das im Moment alles, dass zuweilen sogar der Kapitän eine Auszeit nehmen darf. Marvin Klass, bis Dienstag noch 24, muss nicht mehr ohne jede Unterbrechung auf dem Spielfeld stehen und Verantwortung übernehmen - ebenso wenig wie sein kongenialer Juniorpartner Lars Lückemeier, 19. Die beiden Außenangreifer mit hoher Annahmequalität dürfen auch mal zuschauen - das ist gar nicht wie im ersten Zweitliga-Jahr, als sie quasi an jedem Erfolg massiv beteiligt waren.

Die Automatismen greifen quer durch den zwölfköpfigen Verbund. 'Die Situation ist gerade einfach', sagt der Libero Stephan Peéry. Miese Gedanken sind dem Ligaprimus aus Fellbach fern - ganz ohne miese Begegnungen. 'Die Jungs machen das sehr, sehr gut', sagt Diego Ronconi auch mit Blick auf die konzentrierte und ernste Trainingsarbeit: 'Aber es sind erst sieben Spiele vorbei, wir müssen unsere Leistungen nachhal tig bestätigen.' Das gilt für jeden Einzelnen von Tim Kreuzer bis zu Patrick Köder - und so auch für das Kollektiv. Es kann dann passieren, dass der SV Fellbach noch ein bisschen öfter gewinnt - und die Serie fortsetzt.


Auch die zweite Mannschaft des SVF hat zuletzt gewonnen. Zweimal hintereinander. Am Samstag (16.30 Uhr, Gäuäckerhalle I) will der Drittliga-Aufsteiger im Heimspiel gegen den TV Hausen daran anknüpfen. Vermutlich wird dem SVF II der Zuspieler Matthias Welsch fehlen, weiterhin auch Tim Rainer. 'Ich erwarte wieder eine sehr schwere Aufgabe', sagt der Trainer Daniel Riedl.

Quelle: Thomas Rennet, Fellbacher Zeitung


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