Rot gewinnt dank Valters Lagzdins

Der 25-jährige Hauptangreifer macht beim mühsamen 3:1-Erfolg des SV Fellbach in der zweiten Bundesliga gegen den TV Waldgirmes den Unterschied aus und bewahrt seine Mannschaft zum Auftakt 2015 vor einer Niederlage.


12.01.2015

Vielflieger: Valters Lagzdins setzt sich nicht nur im Angriff beherzt für den SV Fellbach ein, sondern auch in der Abwehr. Foto: Heiko Potthof

Es war dann nur noch eine Frage zu klären vor dem ersten Aufschlag: 'Sind wir für Rot oder für Blau?' Stephan Strohbücker, der Teammanager, hatte mit der Volleyballabteilung des SV Fellbach 50 Asylbewerber zum Zweitliga-Spiel gegen den TV Waldgirmes eingeladen. Bei Getränk und kleinem Snack lernten seine Gäste das Heimteam kennen. Rot war die richtige Farbe, nur kam Rot nicht gut zurecht mit Blau. Der Tabellendritte konnte zum Auftakt im neuen Jahr nicht an die glanzvollen Vorstellungen der Wochen vor Weihnachten anknüpfen. Rot war andauernd in Schwierigkeiten und dem Tabellenletzten aus Hessen am Samstag vor den insgesamt rund 300 Zuschauern in der Gäuäckerhalle I nie wirklich überlegen. Blau war nahe dran am Sieg, weiter davon weg erst in den letzten Spielminuten. 'So sieht harte Arbeit aus', sagte der Fellbacher Trainer Diego Ronconi nach dem 3:1-Erfolg (23:25, 25:23, 27:25, 25:20) gegen den Aufsteiger.Die Probleme des Gastgebers an diesem Abend hatten schon vormittags ihren Anfang genommen. Marvin Klass war gesundheitlich angeschlagen zum Aufwärmtraining erschienen. Der Kapitän musste sich dann übergeben und verzichtete für den Rest des Tages lieber auf seine Anwesenheit - auch um vor anspruchsvollen Wochen die Teamgefährten nicht anzustecken. Doch der 26-Jährige ist die zentrale Kraft im Fellbacher Spiel. Marvin Klass lenkt und stärkt ohne viel Aufhebens die Nebenleute. Wie wichtig einer ist wie der ehemalige U-19-Beach-Weltmeister, fällt vermehrt oft erst auf, wenn er fehlt.Wie am Samstag. Tim Kreuzer, vier Jahre jünger, musste mehr Verantwortung übernehmen. An der Seite von Marvin Klass hatte er bis dahin eine ansprechende Saison gespielt. Ohne Marvin Klass war er überfordert, vor allem in der Ballannahme. Pascal Winter, 20, für den Kapitän in der Startformation, gefiel in anderen Spielelementen: im Angriff und im Block, in dem er mit vier erfolgreichen Aktionen der Auffälligste war in seinem Team. In der ohne den Kapitän durchweg kränkelnden Ballannahme konnte er allerdings auch nicht zur Stabilität beitragen, weshalb das Fellbacher Spiel von Anfang bis Ende wackelte wie eine morsche Hängebrücke. Patrick Köder, der Zuspieler, musste aufgrund der ungenügenden Vorarbeit weite Wege zurücklegen vor der Passgelegenheit. Da traf es sich gut, dass er in Valters Lagzdins einen Schlagmann an seiner Seite wusste, der auch schwierigste Aufgaben zu lösen vermochte. Der Vielflieger, 25, war der beste Spieler an diesem Abend - und mit seinen 22 Angriffspunkten der wesentliche Faktor dafür, dass die Volleyballer des SV Fellbach zum Auftakt 2015 ohne Niederlage davonkamen.Impulse setzen auf dem Weg zu diesem Erfolg gegen einen bis zum Schluss unverzagten Gegner konnten auch zwei Einwechselspieler. Valentino Nadale, eben erst aus dem Urlaub zurück und deshalb seit rund dreieinhalb Wochen ohne Training, rüttelte die Nebenleute nach dem Verlust des zweiten Durchgangs mithin ein wenig auf. Der nominell stärkste Akteur in der Mitte konnte im dritten und vierten Abschnitt als emotionaler Antreiber ebenso noch ein paar Prozentpunkte zum Sieg beisteuern wie Timo Koch, der für Tim Kreuzer das Geschehen bereicherte. 'Ich bin nicht unzufrieden, wenn man die Umstände bedenkt. Wir haben uns durchgekämpft. Wir können nicht jede Mannschaft aus der Halle schießen', sagte Diego Ronconi.

Seine Spieler sehen nun ungleich schwierigeren Prüfungen entgegen. Am nächsten Samstag werden sie vom Vorjahresmeister L. E. Volleys aus Leipzig erwartet. Eine Woche später kommt der Zweitliga-Zweite GSVE Delitzsch zum Spitzenspiel in die Gäuäckerhalle I. Auch dann wird Stephan Strohbücker wieder 50 Freikarten für Asylbewerber in Fellbach zur Verfügung stellen. Rot, die Trikotfarbe des Gastgebers, ist jetzt schon auch ihre Farbe. Aber Rot wird sich - mit Marvin Klass - steigern müssen. SV Fellbach: Lagzdins, Köder, Mättig, Heermann, Sellner, Kreuzer, Winter, Nadale, Koch, Klaue, Hainich, Peéry.

 

Thomas Rennet, Fellbacher Zeitung


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