Rot ist in Not – in Personalnot

Dem gebeutelten Meister fehlen die Leute, gesunde Leute, um den Volleys Eltmann hartnäckig Paroli bieten zu können. Nach der 1:3-Niederlage ist der Zweitliga-Tabellenführer für die Fellbacher – auch gedanklich – weit weg.


07.11.2016

Foto: Patricia Sigerist

Neben dem Spielfeld haben Timo Koch und Patrick Köder im Ausstand dem Trainer assistiert, als sich schon wieder ganz und gar Unerfreuliches zutrug und die Zahl der unfreiwilligen Zuschauer um einen Mitspieler wuchs. Jan Jalowietzki zog sich am Samstagabend bei einer Abwehraktion im vierten Satz eine womöglich schwere Knieverletzung zu. Das hat Markus Weiß, dem Trainer, dann erst einmal den Glauben an das Rest- gute dieser Zweitliga-Saison geraubt. Er hatte hinterher kaum einen Gedanken übrig für die 1:3-Niederlage (17:25, 25:22, 20:25, 20:25) des gebeutelten Meisters gegen die Volleys Eltmann, seine Gedanken waren beim Patienten. „Das Ergebnis ist jetzt sekundär. Jan hat sehr viel investiert und sich so gut ins Team eingebracht. Das tut mir im Herzen weh“, sagte der 33-jährige Chefanleiter der Volleyballer des SV Fellbach, der beim Champion 2015 und 2016 einem zerzausten Häuflein vorsteht: „Wir nehmen gerade alles mit.“ Alles Unerfreuliche bloß.

Schwarz gab den Ton an am Samstag vor den 550 Zuschauern in der Gäuäckerhalle I. Schwarz ist die Farbe des Tabellenführers aus Unterfranken. Schwarz trugen daher auch die Fans der Volleys Eltmann auf der Tribüne, die mit Trommeln und Tröten angereist waren, auch mit Cheerleaderinnen samt dazugehörigen Puscheln. Und mit einem vom ersten Ballwechsel an eifrig gebrauchten Megaphon, das später, nach dem sechsten Saisonsieg, der Gäste-Angreifer Hans-Peter Nürnberger als Animateur der Reisegesellschaft genutzt hat. Rot allerdings war an diesem Abend kein Gegner wie in den vergangenen beiden Jahren. Der SV Fellbach, wie gewohnt in Rot, konnte seine Qualitäten nur im zweiten Abschnitt anhaltend vorführen. Vorher und nachher war der Gastgeber trotz aller tatkräftigen Bemühungen etwa von Hauptangreifer Valters Lagzdins oder von Hauptverteidiger Sebastian Mättig unterlegen. Auch wieder im dritten Durchgang, als die Volleys Elt- mann den Satzausgleich mit Thiago Welter konterten. Der Brasilianer senkte nach seiner Einwechslung die vorübergehend gestiegene Fehlerquote der Gäste rasch wieder und half so mit, den Konkurrenten auf Distanz zu halten. In dieser Begegnung. In der zweiten Liga. Der Meister, das zeichnet sich in diesen Tagen deutlich ab, kann in der laufenden Runde nicht wieder Meister werden. Der Meister hat zu viele Sorgen, um daran noch denken zu können. Rot ist in Not. In Personalnot.

Das Krankenbulletin ist lang. Timo Koch plagt eine Überlastung der Infraspinatussehne; der Diagonalan- greifer muss die lädierte Schulter bis Weihnachten schonen. Der Zuspieler Patrick Köder hat sich im Training eine Knieblessur zugezogen, Näheres wird erst die ärztliche Untersuchung in dieser Woche zeigen. Yannick Harms stand am Samstag ebenfalls und wie schon eine Woche zuvor bei der 2:3-Niederlage in Delitzsch nicht im Aufgebot. Dem auch in der Halle ganz starken Beach-Profi machen Schulterprobleme zu schaffen. Wie auch dem Kapitän Marvin Klass und Tin Tomic, die aber gegen die Volleys Eltmann trotz ihrer Beschwerden mit hinlangen konnten; ersterer ist später gar wieder zum wertvollsten Akteur seiner Mannschaft gekürt worden. Und jetzt kommt der 20-jährige Jan Jalowietzki, der sich nach seinem Wechsel vom GSVE Delitzsch zum SV Fellbach immer besser zurechtfand, auf der Ausfallliste hinzu.

Vor dem Heimspiel am Samstagabend rückte Simon Wich aus der zweiten Mannschaft für Patrick Köder in den Zweitliga-Kader. Und Philipp Arne Bergmann, dessen Trainer in der Regionalliga, sprang für Timo Koch ein. Der 25-Jährige ist in der ersten Vertretung ein guter Bekannter, der Schmettermann mit Erstliga- Vergangenheit hatte dem Team beim Titelgewinn 2015 mit krachenden Beiträgen angehört. Philipp Arne Bergmann konnte das Geschehen in der Schlussphase trotz auffälliger Szenen aber auch nicht wenden, zu ausgeglichen traten die Volleys Eltmann auf.

Der Zweite der vergangenen Zweitliga-Saison ist im Moment einfach besser. Dem SV Fellbach fehlen die Leute, gesunde Leute, um hartnäckig Paroli bieten zu können. „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Es ist teilweise wie verhext“, sagte Markus Weiß. Wenn das so weitergeht, hat er irgendwann mehr Assistenten an seiner Seite – Koch, Köder und Kollegen – als Spieler. SV Fellbach: Klass, Lagzdins, Bura, Jalowietzki, Tomic, Hanenberg, Filo, Mättig, Bergmann, Nadale, Leipert, Winter, Wich.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung      



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