Rückrundenstart ohne ein Duo

Patrick Pfeffer und Marian Epple gehören vor dem Zweitliga-Auftakt 2019 am Samstagabend gegen die Gäste aus Rüsselsheim nicht mehr zum Aufgebot des SV Fellbach.


11.01.2019

Der Fellbacher Zweitliga-Trainer Thiago Welter (links) kann fortan nicht mehr mit dem Libero Marian Epple planen. Foto: Patricia Sigerist

Manuel Harms hat noch ein langes Gespräch mit Patrick Pfeffer geführt. Die beiden kennen und schätzen sich schon aus gemeinsamen Zeiten beim TSV G. A. Stuttgart; zu gern hätte der eine den anderen dazu bewegt, seine Sichtweise doch noch einmal zu ändern. Die Bemühungen des Kapitäns brachten allerdings keinen neuen Sachverhalt: Patrick Pfeffer, 24, wird vor allem aufgrund seiner beruflichen Belastung fortan nicht mehr in der zweiten Volleyball-Bundesliga hinlangen. So wenig wie Marian Epple, 19, der sich vor der zweiten Saisonhälfte ebenfalls aus dem Aufgebot des SV Fellbach verabschiedet hat. Das macht es für Manuel Harms und seine weithin unerfahrenen Teamgefährten nicht einfacher auf ihrem eh überaus schwierigen Weg in der zweithöchsten Spielklasse, auf dem sie am Samstag (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) zum Auftakt der Rückrunde den Tabellenvierten TG Rüsselsheim II erwarten.

 

Die Fellbacher Volleyballer haben an sich genug damit zu tun, den Anschluss an die Konkurrenz zu halten. Der Zweitliga-Meister 2015 und 2016 hat 2017 einen Umbruch erlebt und im Vorjahr einen noch größeren. Jetzt sieht sich die stark veränderte und stark verjüngte Mannschaft um den Cheftrainer Thiago Welter auf dem vorletzten Tabellenplatz. Dahinter finden sich lediglich die Stützpunkttalente der VYS Friedrichshafen, die ungeachtet der Ergebnisse auf diesem Niveau mitmischen dürfen. Zum zehnten Rang, der am Ende im April den Ligaverbleib verspricht, fehlen dem Verbund des SV Fellbach vier Punkte.

 

Dieser Rückstand auf den unterfränkischen Widerpart TV/DJK Hammelburg lässt sich in den ausstehenden zwölf Begegnungen fraglos aufholen, es braucht dafür aber mehr als bloß drei Siege wie in der Hinserie. Personelle Einbußen sind bei diesem ambitionierten Unterfangen eher nicht hilfreich. Patrick Pfeffer und der Libero Marian Epple gehörten vor Weihnachten zwar nicht zu jenen Kräften, die anhaltend ihre Qualitäten einbringen durften, deshalb waren sie auch „unzufrieden mit der Situation“ (Welter). Die beiden hatten aber durchaus Spielanteile. Patrick Pfeffer etwa trug seit Mitte September neunmal zum Resultat bei, fünfmal war er Teil der Startformation. Jetzt ist er, einer der bis dahin lediglich drei Mittelblocker, nicht mehr Teil des Teams. Fürs Erste fliegen Johannes Leipert und Valentino Nadale am Netz ohne die gewohnte Unterstützung auf ihrer Position. So suchen die Verantwortlichen um Thiago Welter („Wir sind in Gesprächen“) und die Abteilungsleiterin Alexandra Berger nach Kandidaten für die Vakanz und womöglich auch ganz generell für den gegen ausgebuffte Gegner bisweilen trotz aller Anstrengungen doch noch etwas überforderten Kader.

 

Der Verabredung mit den Rüsselsheimer Gästen schaut Manuel Harms aber nicht ohne Zuversicht entgegen. „Es läuft ganz gut im Training nach der dreiwöchigen Pause“, sagt der 22-Jährige: „Ich glaube, dass wir am Samstag zumindest einen Punkt holen können.“ Drei Zähler wären gegen die in der laufenden Zweitliga-Runde bereits achtmal erfolgreichen Schlagmänner aus Hessen eine Überraschung, aber enorm hilfreich für den SVF. Ebenso eine Woche später – in Hammelburg.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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