Schmerzen nach dem Verzweiflungsakt

Der SVF-Trainer Thiago Welter, 30, wird sich wohl auch in Hammelburg unter seine Akteure mischen.


18.01.2019

Unzufrieden: Thiago Welter Foto: Patricia Sigerist

Thiago Welter hat sich in dieser Woche lange nicht besonders gut gefühlt. Der Körper schmerzte anklagend, an schnelle Bewegungen war zunächst nicht zu denken. Der Trainer der Zweitliga-Volleyballer des SV Fellbach hatte vor sechs Tagen bei der 1:3-Niederlage gegen die TG Rüsselsheim II selbst mitgespielt – und sich selbst dabei durchaus übel mitgespielt. Im Frühjahr 2017 hatte der Brasilianer mit dem Zweitliga-Titel seine Laufbahn als Spieler bei den Volleys Eltmann zugunsten der Trainertätigkeit in Fellbach beendet. Fast 21 Monate später hat er sich nach der sportlichen Beteiligung an exakt einer Übungseinheit unter seine Akteure gemischt. Ein Verzweiflungsakt, selbstlos wie vergeblich, dem wohl noch der eine oder andere mehr folgen wird. Sein stark verändertes und stark verjüngtes Team trudelt dem Abstieg entgegen. Thiago Welter versucht, den Abwärtstrend aufzuhalten – auch am Samstagabend (20 Uhr, Saaletalhalle) bei dem unterfränkischen Widersacher TV/DJK Hammelburg.

Thiago Welter war ein versierter Spieler. Einer, der entschlossen voranging, um sein Team voranzubringen. Fehler unterliefen dem ehemaligen U-18-Meister in Brasilien, drei Jahre dann auch dort schon Profi, nur an ganz verrückten Tagen. Doch niemand kann wirklich gut Volleyball spielen, wenn er so gut wie gar nicht Volleyball spielt. Der 30-Jährige, quasi aus dem Stand ins eigene Team gerückt, hat Fehler nicht vermeiden können. Aber er hat nach dem Abschied zweier Akteure in der Winterpause, Patrick Pfeffer und Marian Epple, ersten Auflösungserscheinungen in prekärer Lage entgegenwirken wollen. „Ich bin mit der gesamten Konstellation unzufrieden“, sagt Thiago Welter. Es reicht nach dem ersten Umbruch 2017 und dem zweiten Umbruch 2018 nicht mehr auf diesem Niveau – und fürs erste reicht es auch nicht, wenn er selbst als Außenangreifer mitwirkt.

Der Unterschied zur Konkurrenz in der zweiten Liga lässt sich am Geschehen beim nächsten Gegner erkennen. Die Schlagmänner aus Hammelburg waren in der Hinserie auch in Schwierigkeiten und gar nicht so weit weg vom SV Fellbach. Daraufhin haben die Verantwortlichen im Winter Jackson Maris vom Erstligisten United Volleys Frankfurt verpflichtet. Mit dem kanadischen Zuspieler gewannen die Franken am vergangenen Wochenende sowohl bei den VYS Friedrichshafen (3:1) als auch beim TSV Mimmenhausen (3:2) und sind nun ziemlich weit weg vom ersten Abstiegskandidaten aus Fellbach. Dessen Bemühungen um externe Unterstützung verliefen bis dahin ergebnislos. Mittel und Verbindungen fehlen, Leute wie Diego Ronconi, bis 2015 Trainer beim SVF, jetzt Sportdirektor beim Ligakonkurrenten SSC Karlsruhe, die quasi jeden Volleyballer im Land kennen, der auf diesem Level eine wesentliche Rolle übernehmen kann.

Beim SV Fellbach muss sich Thiago Welter mit seinem Team und Alexandra Berger, Assistenztrainerin wie Abteilungsleiterin, wohl selbst helfen. Noch stehen elf Begegnungen aus. Noch bleiben Chancen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen einige Punkte holen werden“, sagt der A-Lizenz-Inhaber aus Joinville im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina. Es kann passieren, dass er seinem Körper aufs Neue übel mitspielen wird.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


Ansprechpartner Presse


Presse & Öffentlichkeitsarbeit
SV Fellbach, Abteilung Volleyball
mail

Hall of Fame

Deutscher Vizemeister: 1998

Meister 2. Bundesliga 1995, 2001, 2015, 2016 

Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

Sieger Süddeutscher Pokal 2014

Landespokalsieger 2015

 

Ehemalige Fellbacher Volleyballsternchen:

Karlo Striegel, Frank Bachmann, Christian Pampel, Holger Werner,Alexander Haas, Alexander Walkenhorst, Goran Iliev, Matthias Pompe, Simon Tischer, Christian Metzger, Dirk Oldenburg, Michael Dornheim, Holger Werner, Jörg Ahmann, Stepan Masic, Ronny Pietsch, Christian Kilgus, Dirk Taubert, Robert Jetschina, Ronald Rietz, Paul Duerden, Ben Hardy, Petri Sainio, Marc Blaich, Michael Raddatz, Adis Katanovic, Simo Hanaoui, Gregory Hansen, Jochen Schmid, Edgar Tetsuekoue ...