Spitzenspiel ganz ohne Aufstiegskandidaten

Der Tabellendritte SV Fellbach erwartet am Samstag den Zweitliga-Primus L. E. Volleys aus Leipzig, für den die Beförderung in die höchste Klasse ebenfalls keine Option ist.


17.01.2014

Jonas Hanenberg muss diesen Samstag mit Foto: Markus Mitterberger

Viel besser geht es in der zweiten Bundesliga nicht mehr. Die Volleyballer des SV Fellbach, derzeit auf dem dritten Platz, treffen am Samstagabend um 20 Uhr auf den sehr souveränen Tabellenführer L. E. Volleys aus Leipzig. Die Gastgeber sind ziemlich gut, die Gäste ziemlich eindeutig die Besten - dennoch aber wird sich an diesem Spielabend in der Gäuäckerhalle I niemand finden, der auch nur die Spur einer Aufstiegschance hat. Denn beide Vereine haben auf die Teilnahme an der Vorlizenzierung verzichtet, formale Grundvoraussetzung für die Beförderung in die erste Bundesliga. Wie auch immer die Saison enden wird: Aufsteigen kann am Schluss nur der aktuell zweitplatzierte TSV Herrsching, der als Einziger in dieser Liga sein Interesse dokumentiert hat. Dafür müssen die Bayern mindestens den dritten Platz erreichen, verpflichtet sind sie aber auch dann nicht zum Aufstieg. 'Ob sie den tatsächlich wahrnehmen, ist etwas ganz anderes', sagt Daniel Sattler von der Deutschen Volleyball-Liga (DVL).

Die höchste Spielklasse, das muss man dazu wissen, ist quasi in einem anderen Land zu Hause als die zweithöchste. Dazwischen ist eine Grenze, die nicht so einfach zu überwinden ist. 'Die Durchlässigkeit ist ein Thema, das uns schon seit Jahren plagt', sagt Daniel Sattler. 'Im Grunde haben wir zwischen der ersten und der zweiten Liga ein sportliches und wirtschaftliches Leistungsgefälle, das will ich nicht beschönigen.' Allein beim Budget muss der sportliche Grenzgänger in etwa von 'Faktor zehn' (Sattler) ausgehen. Auf der einen Seite lässt sich mit 40 000 oder 50 000 Euro ganz gut leben, auf der anderen sind zumindest 400 000 oder 500 000 Euro für eine Saison erforderlich.

Die Ligaverantwortlichen arbeiten daran, generell den Abstand zu verringern. Auch die zweite Klasse soll sukzessive professioneller werden, ein Mehrstufenplan die Annäherung fördern. Hier wie da gilt zunächst: je länger die Ligazugehörigkeit, desto höher die Anforderungen an die Strukturen. Auch die Vorlizenzierung ist der Versuch, die Rahmenbedingungen schon vorab zu beleuchten und anzupassen. 'Wir wollen die Vereine frühzeitig begleiten', sagt Daniel Sattler. 'Das ist ein sinnvolles Instrument, um zu schauen: Was fehlt mir noch', sagt der Fellbacher Cheftrainer Diego Ronconi. 'Aber wir sind noch so weit weg, dass es für uns keinen Sinn macht.' Ziel soll es für potenzielle Kandidaten sein, möglichst gut vorbereitet oben anzukommen - und nicht so wie die RWE Volleys Bottrop, denen die DVL im Dezember die Bundesliga-Lizenz entzog. Deshalb steht bereits fest, dass kein Team aus der ersten Liga der Männer absteigen wird, ungeachtet dessen, ob eine Etage darunter im Süden und im Norden der eine oder andere Aufsteiger zu ermitteln sein wird. 'Wir können uns das schon auch mal gut vorstellen', sagt Diego Ronconi: 'Aber bis dahin ist noch viel Arbeit im Umfeld zu leisten.'

Fürs Erste haben die Schlagmänner des SV Fellbach damit zu tun, ihre Erfolge in der zweiten Liga zu bestätigen. Die Entwicklung will ja zuerst am Netz fortgesetzt werden . Der jüngste Sieg - 3:0 gegen den Nachbarn TSV G. A. Stuttgart - war schon der zehnte in dieser Saison. Nach dem Aufstieg 2012 hatte der SV Fellbach in der vergangenen Runde, das nur zum Vergleich, insgesamt acht Begegnungen für sich entscheiden können. Jetzt sind es zwei mehr, und elf Spiele stehen noch aus. Das erste davon am Samstag wird ein knackiger Härtetest für den Kapitän Marvin Klass, den Spielgestalter Patrick Köder, den Topblocker Jonas Hanenberg und ihre Gefährten. Auch wenn das Spitzenspiel gegen den Ligaprimus aus Leipzig, ang eführt von den ehemaligen Erstliga-Assen Jan Günther und Eugen Bakumovski, ganz ohne Aufstiegsaspiranten auskommen muss.

Quelle: Fellbacher Zeitung, Thomas Rennet


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