Sportartübergreifende Belohnung

Warum die Fellbacher vor dem Zweitliga-Spiel bei der FT Freiburg auch mal Fußball spielen dürfen.


30.01.2015

Diego Ronconi will mit dem SVF auch mal an alter Heimstätte gewinnen. Foto: Patricia Sigerist

Sie haben in dieser Zweitliga-Saison bereits ganz schön viel erreicht. Neunmal bestanden die Volleyballer des SV Fellbach schon auf den letzten Punkt des Abends. Nach dem Aufstieg 2012, das zum Vergleich, waren sie in der gesamten Runde über acht Siege nicht hinausgekommen. Der Kader ist jetzt ein anderer. Die Mannschaft um den Kapitän Marvin Klass ist nun kraft ihrer Möglichkeiten jedem Gegner gewachsen, und dementsprechend hat sie mittlerweile tatsächlich jeden Gegner - mindestens einmal - bezwungen. Im Dezember zum ersten Mal auch die L. E. Volleys aus Leipzig. Und ein paar Wochen zuvor schon die FT Freiburg, gegen die sie in ihren ersten beiden Zweitliga-Jahren ebenfalls vier Niederlagen hinnehmen musste. Doch es gibt ja immer auch noch Neues zu erobern. Am Samstag (20 Uhr, Burdahalle) wollen die Fellbacher mal Freiburg schöner erleben und dort - nach dem 3:0 im Hinspiel - die Schwächen des heimstarken Gastgebers für sich entdecken.
Diego Ronconi hat in der Burdahalle schon reichlich Erfolge notieren dürfen, wenn auch nicht als Trainer des SV Fellbach. Der 50-Jährige war neun Jahre lang, von 1997 bis 2006, die Konstante an der Seitenlinie der FT Freiburg. Sein Nachfolger zeigt nicht weniger Ausdauer: Wolfgang Beck ist beim Dauer-Zweitligisten (seit 2001) jetzt selbst im neunten Jahr. Seit 2009 trainiert derweil Diego Ronconi den SV Fellbach. Nach drei Jahren in der Regionalliga geht er seinem Team nunmehr im dritten Jahr in der zweiten Bundesliga voran - und wartet noch auf einen Erfolg an ehemaliger Wirkungsstätte. Das hat seinen Grund auch in der mentalen Belastbarkeit des Gastgebers: Die Volleyballer der FT Freiburg sind ja nicht nur stabil in der zweithöchsten Spielklasse, sie sind ganz besonders stabil im heimischen Sportpark. Dort treten sie aus gutem Grund - Niederlagen sind sehr die Ausnahme - mit viel Selbstvertrauen auf. 'Die Freiburger bringen Emotionen ins Spiel, wir müssen es schaffen, diese Emotionen zu ignorieren', sagt Diego Ronconi. 'Der Kopf spielt eine ganz große Rolle.' Nicht nur in Freiburg, aber gewiss nicht zuletzt in Freiburg.
Verhuscht um die Ecke kommen müssen die Gäste aus Fellbach aber auch nicht gerade beim listigen Gegner. Sie haben ein Spiel weniger absolviert und zwei Punkte mehr, dazu vor sechs Tagen den Tabellenführer GSVE Delitzsch mit einem durchaus beeindruckenden 3:1-Erfolg vom ersten Platz befreit. Zur Belohnung durften die Gewinner am Montag vor dem abendlichen Schlagwerk auf dem gesamten Hallenfeld zweimal 20 Minuten Fußball spielen. 'Das war der Deal', sagt Diego Ronconi: 'Wir besiegen den GSV Delitzsch, und dafür dürfen die Jungs ausgiebig Fußball spielen.' In der Rückrunde hat er nichts gegen mehr von der sportartübergreifenden Abwechslung; Voraussetzung dafür sind gelungene Darbietungen im angestammten Fach.
Philipp Arne Bergmann kann am Samstag dazu nicht beitragen. Der Sportsoldat absolviert derzeit seine Grundausbildung in Hannover. Die Reise ans andere Ende der Republik wird er auslassen. Am Mittwoch waren die Fellbacher schon ohne ihren Nordmann unterwegs, in der dritten Pokalrunde des Volleyball-Landesverbandes Württemberg gewannen sie beim Landesligisten TSV Flacht mit 3:0 (25:16, 25:22, 25:10). Nach Freiburg fährt Tim Holler statt Philipp Arne Bergmann mit. Beach-Ass, Studenten-Weltmeister, Monsterblocker: Gern würde der 2,03 Meter lange Blonde dabei helfen, den Gastgeber zu stoppen. Er kann das. die Fellbacher zusammen können das. Die Frage ist nur, ob sie das auch am Samstagabend können.
Info Die zweite Mannschaft des SV Fellbach tritt am Samstag beim punktgleichen Tabellennachbarn TSG Heidelberg-Rohrbach an. Beginn ist um 16 Uhr in der Gesamtschule.

Thomas Rennet, Fellbacher Zeitung


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