Tief drin im Schlamassel

Nach davor drei Siegen unterliegt das Zweitliga-Team des SV Fellbach im Derby den Gästen aus Stuttgart mit 2:3 und muss jetzt selbst wieder vermehrt den Abstieg fürchten.


27.02.2017

Foto: Heiko Potthoff

Yannick Harms stand im Foyer der Gäuäckerhalle I und analysierte mit leisem Grummeln das Geschehen. Diesen Abend hatte sich der Außenangreifer des SV Fellbach anders vorgestellt. Ja, schon auch deshalb: „Ich verliere nicht gern gegen meinen Bruder.“ Denn das kam für den 23-jährigen Beach-Profi mit den ausgewiesenen Qualitäten als Hallen- Volleyballer quasi erschwerend hinzu an diesem dann doch gebrauchten Tag: Der jüngere Bruder war unter den Siegern auf der anderen Seite des Netzes. Manuel Harms hatte mit einer sehenswerten Vorstellung im Trikot des TSV G. A. Stuttgart zu einem Ergebnis beigetragen, das den Gastgebern gar nicht gefallen konnte. Der Tabellenvorletzte wahrte am Samstag mit einem 3:2-Erfolg (25:23, 15:25, 18:25, 25:16, 16:14) seine eigenen allerdings nur noch geringen Chancen auf die saisonübergreifende Zweitliga-Zugehörigkeit und zog dabei die Unterlegenen wieder tief hinein in den Schlamassel. Diese unerwartete Niederlage kommt nun für Yannick Harms und seine Fellbacher Teamgefährten mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf erschwerend hinzu.

Mit den drei Siegen seit Ende Januar hatte sich der SV Fellbach unter den abstiegsgefährdeten Teams nach vorne geschoben. „Wir hatten noch nichts erreicht, nur unsere Ausgangslage verbessert das haben wir jetzt wieder zunichtegemacht“, sagte der Trainer Markus Weiß. Denn seine Mannschaft hat es am Samstag vor den 530 Zuschauern in der Gäuäckerhalle I versäumt, weitere drei Zähler hinzuzufügen. Nach dem Tiebreak ist nur einer geblieben, wobei sich dieser turbulente Tiebreak jeder Planbarkeit entzog. Das rote Rudel, wie sich der Fellbacher Verbund selbst nennt, wehrte sich nach Kräften, verbiss sich aber in einen Gegner zu viel: Der Schiedsrichter Frank Zacharias fand es im emotionalen Durcheinander unvermeidlich, Einfluss auf diesen Tiebreak zu nehmen. Eben hatten sich die Fellbacher mit Jonas Hanenbergs wirkungsvollem Service wieder auf 5:6 angenähert, da sahen sie sich mit zwei Roten Karten konfrontiert, was im Volleyballsport äußerst selten vorkommt und direkt zwei Punkte für den Gegner nach sich zieht. Tin Tomic, verletzter Spieler auf dem roten Trainersofa, hatte sich nach Meinung des Unparteiischen ebenso unbotmäßig verhalten wie der Kapitän Marvin Klass. Zack, der SV Fellbach lag ohne einen weiteren Ballwechsel mit 5:8 zurück. Die Gastgeber fletschten nun in Wolfsart die Zähne und gingen selbst wieder mit 13:12 in Führung, mussten sich letztlich aber der nicht weniger wild entschlossenen Konkurrenz fügen. „Respekt dafür, wie die Stuttgarter gekämpft haben“, sagte Yannick Harms.

Vorwerfen lassen müssen sich die Akteure des SVF nicht ihre Darbietung im fünften, sondern jene im ersten Durchgang. Im Auftaktsatz lagen sie bis dahin ungefährdet mit 16:11 vorn, um dann die Aussichten der Gäste mit mehreren Nachlässigkeiten zu befördern. „Wir haben den ersten Satz so was von unnötig abgegeben“, grollte Markus Weiß. Der Mangel an Konstanz nahm seinem Team am Samstag die Souveränität, den Sieg und eben zwei der drei Punkte. „Vor allem im Block waren wir richtig schlecht“, sagte Markus Weiß, der zudem mit ansehen musste, wie die Stuttgarter Aufschläge seinen Libero Sebastian Mättig von einer Verlegenheit in die nächste stürzten. „Wir haben konsequent gearbeitet. Unsere Taktik ist aufgegangen“, sagte Tim Schöne, der Trainer der Gäste, der früher auch schon die Frauen des TSV Schmiden angeleitet hatte. Beach-Ass Mirko Schneider war mal Zuspieler, mal Diagonalangreifer. Und Manuel Harms, an sich mal ein Mann der Mitte, schlug auf der Außenposition zuweilen einen Ball nach dem anderen ins Fellbacher Feld.

Seinem älteren Bruder, selbst der stärkste Fellbacher, wollte das an diesem Tag nur begrenzt imponieren. „Wir waren nicht ganz schlecht, aber auch nicht gut genug“, konstatierte Yannick Harms. Die Situation ist nach der Niederlage wieder bedrohlicher. Aber die Akteure des SVF haben ihr Schicksal in der zweiten Liga mit zwei Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone noch immer in eigenen Händen. „Wir können es besser“, sagte Yannick Harms. Was am 11. März beim Konkurrenten TSV Grafing nun doch wieder dringend zu beweisen wäre. SV Fellbach: Yannick Harms, Klass, Welsch, Bergmann, Nadale, Leipert, Hanenberg, Köder, Lagzdins, Koch, Jalowietzki, Mättig.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung

 


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