Titelchancen in Timmendorfer Strand

Beachvolleyball Yannick Harms

und Philipp Arne Bergmann zählen

unter Deutschlands Besten zu den

Favoriten.


01.09.2017

Foto: Patricia Sigerist

Die meiste Zeit des Jahres ist auf dem Platz an der Seebrücke nichts weiter. Nur Sand. Feiner Sand. Stets zum Ende des Sommers und zum Ende der Saison der Beachvolleyballer allerdings verwandelt sich die Küstenszenerie in der Gemeinde Timmendorfer Strand. Dann wächst an der Seebrücke, von fleißigen Händen vorangetrieben, die Ahmann-Hager-Arena heran. Das Stadion, benannt nach Jörg Ahmann und Axel Hager, Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, wird Jahr für Jahr eigens vor den deutschen Meisterschaften an der Ostsee aufgebaut. Jetzt steht es wieder, 6000 Besucher passen hinein. Bis Sonntag sind die Besten ihrer Sportart mit Titelabsichten beisammen: 16 Doppel bei Frauen und Männern. Darunter sind Außenseiter. Und Mitfavoriten – wie Philipp Arne Bergmann und Yannick Harms, die in der Halle für die Zweitliga-Mannschaft des SV Fellbach angreifen. Sie wollen die Besten sein unter den Besten.

Die beiden werden unter freiem Himmel von Jörg Ahmann angeleitet, einem der Namensgeber jener Arena, in der sie von diesem Freitag an ihre Erfolge der vergangenen Monate veredeln wollen. Der 51-jährige Stützpunktleiter, auch Cheftrainer und Teammanager der Beach-Asse in Stuttgart, hat mit Axel Hager selbst fünfmal die nationale Konkurrenz der Männer in Timmendorfer Strand gewonnen. Jetzt wollen die ihm in Bad Cannstatt Anvertrauten als Meister nachfolgen. Dreimal haben sie seit Mai in der höchsten Turnierserie des Landes schon Siege gefeiert: in Nürnberg, in Kühlungsborn und in Binz. Vergleichbares können die Widersacher nicht vorweisen. Unter ihnen fehlt das vom Deutschen Volleyball-Verband in Hamburg bevorteilte Nationalteam Markus Böckermann und Lars Flüggen. Letzterer hat sich nach den Weltmeisterschaften in Österreich einer Knieoperation unterziehen müssen. Ersterer tritt deshalb mit dem gerade 17-jährigen Lukas Pfretzschner an. Titelaspiranten sind wohl eher andere – vorneweg Philipp Arne Bergmann und Yannick Harms, bei diesen deutschen Meisterschaften an Position eins gesetzt. „Unsere Chancen stehen nicht schlecht, es ist aber eine lange Saison inzwischen. Wir gucken von Spiel zu Spiel“, sagt Philipp Arne Bergmann, der mit Yannick Harms zur abschließenden Vorbereitung am Mittwoch an der Ostsee, an der Seebrücke eingetroffen ist.

Die Qualifikation für die nationalen Beach-Titelkämpfe ist – erstmals – auch Lars Lückemeier vom SV Fellbach gelungen. Dabei hatte der 22-Jährige zu Beginn dieser Freiluftsaison aufgrund seiner umfänglichen Verletzungsvorgeschichte überhaupt keinen Partner. Doch weil Sven Winter im Juni um eine Operation an der rechten Schlagschulter nicht herumkam, stand Alexander Walkenhorst (früher SV Fellbach) ohne einen Verteidigungsexperten da. Der 2,06 Meter lange Blocker fragte für den Restsommer an seiner ehemaligen Wirkungsstätte an: bei Lars Lückemeier. Der Student der Kommunikationswissenschaften war nach vermehrtem Athletiktraining bereit: ohne Blessuren, ohne Schmerzen. Lars Lückemeier konnte sein Talent dann tatsächlich konstant präsentieren und an der Seite von Alexander Walkenhorst auf höchstem Niveau in Duisburg, St. Peter-Ording und Hamburg die Plätze drei, zwei und vier aus dem Sand buddeln. Jetzt folgt der Abschluss für das Interimsdoppel, das sich zuletzt in Essen auf die Aufgaben in Timmendorfer Strand eingestimmt hat. Wie es danach konkret weitergehen wird, weiß Lars Lückemeier, der auf jedwede Verbandsunterstützung verzichten muss, im Moment noch nicht: „Ich möchte so professionell wie möglich weiterspielen, aber der Partner steht noch nicht fest.“

Veränderungen sieht auch Tim Holler entgegen. Es sind in seinem Fall allerdings bedrückende Veränderungen: Der 26-Jährige, davor beim SV Fellbach, wird vom Deutschen Volleyball-Verband – wie auch Max Betzien oder Jonathan Erdmann – vor die Tür gesetzt. Dabei hatten die Verbandsgewaltigen die Athleten zum Jahreswechsel erst auserwählt und in drängender Diktion an den neuen zentralen Stützpunkt in Hamburg beordert. So hat Tim Holler mit langfristigen Plänen seinen Lebensmittelpunkt aus dem Schwäbischen in den Norden verlegt. Jetzt ist er kurzfristig schon wieder ausgemustert worden. Bei den Titelkämpfen in Timmendorfer Strand verabschiedet er sich als Nationalspieler an der Seite von Clemens Wickler, der in Hamburg bleiben darf.

 Thomas Rennet    Fellbacher Zeitung


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