Titelfeier mit Hüpfkreis und Konfettiregen

Die Zweitliga-Mannschaft des SV Fellbach ist jetzt Wiederholungsmeister. Der Tabellenführer verliert vor den 850 Zuschauern gegen den Verfolger aus Eltmann nach hochklassigem Auftritt zwar mit 2:3, ist vor dem letzten Spieltag aber uneinholbar vorne. Thomas Rennet


21.03.2016

Der Meister feiert den nächsten Titel: Die Volleyballer des SV Fellbach stehen im Konfettiregen. Foto: Heiko Potthoff

Für einen kleinen, wilden Tanz hüpfen sie alle zusammen. Die Spieler der Volleys Eltmann sind hineingefedert in den Fellbacher Kreis und bilden nun vereint mit den Gegenspielern ein wogendes Knäuel. Dieser Abend brachte, keine übliche Begebenheit im Sport, tatsächlich zwei Sieger hervor. Der eine war der Verbund aus Unterfranken, der diese durchweg hoch-, zuweilen gar erstklassige Zweitliga-Begegnung vor 850 Zuschauern noch mit 3:2 (18:25, 25:21, 20:25, 25:19, 16:14) in seine Richtung lenkte. Der andere, nachhaltigere Sieger war der Verlierer. Der Hieb von Yannick Harms zur 2:1-Satzführung war bereits der Titelhieb. Mit diesem Volltreffer ein gutes Stück vor dem Ende der Begegnung war den Volleyballern des SV Fellbach am Samstag in der Gäuäckerhalle I die neuerliche Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Die Feier war eröffnet, ohne Sperrstunde auch lange nach dem letzten Ballwechsel. „Es kann jetzt ja niemand sagen, ich gehe nach Hause ins Bett“, entschied der Kapitän Marvin Klass.

Punkt 21.26 Uhr ist der SV Fellbach am Samstag Meister, zum vierten Mal nach 1995, 2001 und 2015. Nichts deutet darauf hin, dass dieses Spiel noch gar nicht vorbei ist. Die Männer in Rot, die da gerade den dritten Durchgang mit Macht zum 2:1-Zwischenstand auf ihre Seite zwangen, liegen sich in den Armen. Die Zuschauer klatschen immer weiter und wollen sich gar nicht mehr hinsetzen. Der Gastgeber hat seinen Titel verteidigt, auch wenn er später die Führung nicht verteidigt und dem starken Verfolger, seit Mitte November ohne Niederlage, noch knapp unterliegt.

Der SV Fellbach hat, nur zur Bestätigung, auch an diesem vorletzten Spieltag seine Qualitäten vorgeführt. „Der erste Satz war der beste der gesamten Saison“, sagte Marvin Klass. Der dritte stand dem kaum nach, und auch der Rest war jederzeit sehenswert. „Das war Volleyball auf sehr hohem Niveau“, sagte der Trainer Markus Weiß. Die Gäste trugen dazu ausdauernd, bis zum letzten Punkt, bei. Mit viel Erstliga-Erfahrung im Team, mit Fachkräften wie Nikola Poluga, Hans-Peter Nürnberger oder dem Brasilianer Thiago Welter, diesmal Außenangreifer und nicht wie sonst Libero. „Das war unser Überraschungscoup“ sagte Rolf Werner, der Manager der Gäste, dem der Ausgang des Geschehens gut gefiel: „So habe ich es mir gewünscht. Wir bleiben auch im 15. Spiel nacheinander unbesiegt, und die Fellbacher dürfen hier verdient die Meisterschaft feiern.“ Nicht erst am 2. April in Dachau also in mutmaßlich trostloser Umgebung beim Absteiger.

Vor der Saison hatte der SV Fellbach, mit Blick etwa auf die massiv verstärkten Männer aus Eltmann und den Entwicklungsprozess im eigenen Kader, nur den dritten Platz als Ziel ausgegeben.

„Aber wenn du im Januar oben stehst, kannst du ja nicht mehr sagen, du willst Dritter werden“, sagte Marvin Klass, der am Samstag seiner Mannschaft wie schon während der gesamten Zweitliga-Runde in vorzüglicher Weise voranging. Nun ist der Meister dann doch wieder Meister, mit derzeit fünf Punkten Vorsprung auf den mitwippenden Tabellenzweiten. „Da können wir uns nicht beschweren“, sagte Markus Weiß.

Hinterher war der Trainer mittendrin in der Feier. Er wieselte über den vom Championssekt klebrigen und von Konfetti bedeckten Hallenboden, bedankte sich bei all seinen Spielern persönlich. Bei jenen wie Marvin Klass, Felix Klaue oder Christopher Howe, die ihre Abende seit Juni größtenteils an seiner Seite verbracht und der bis dahin neunmonatigen Energieleistung eine weitere am Samstag hinzugefügt hatten. Und Markus Weiß vergaß auch nicht, jene zu herzen, „die hier gerade nicht im Fokus stehen“. Etwa den Dauerpatienten Valters Lagzdins, der bei rechtzeitiger Genesung im Herbst eine Art internen Topzugang abgeben wird. Oder Tim Holler, den Blockmeister auf Sand, der in der Hinrunde seine Anteile am Gesamtwerk gezeichnet hatte. Und Lars Lückemeier. Der Beacher für besondere Fälle half im Oktober einmal aus. „Ohne ihn hätten wir damals in Grafing nicht gewonnen“, sagte Markus Weiß.In der ersten Bundesliga werden die Wiederholungsmeister so bald wohl noch nicht auftauchen.

Dem SV Fellbach wird es nach dem Stand der Dinge nicht möglich sein, die finanziellen Voraussetzungen bis zum Stichtag 1. April zu schaffen. Aber die Partystimmung hat diese Aussicht am Samstag nicht beeinträchtigen können. Später, nach Hüpfkreis und Konfettiregen bei der Meisterehrung, hat der Kapitän Marvin Klass in aller Gelassenheit die lange Nacht eingeläutet: „Wir werden heute noch ein bisschen wach sein.“SV Fellbach: Klass, Hanenberg, Howe, Koch, Harms, Klaue, Mättig, Köder, Nadale, Kreuzer, Tomic, Winter, Sellner, Rainer.

 

 

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung



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