Und der Hammer, der geht so

750 Zuschauer sehen am Samstagabend in der Gäuäckerhalle I ein überlegenes Zweitliga-Team des SV Fellbach. Dem Verfolger gelingt ein weithin ungefährdeter 3:0-Erfolg gegen den nun entthronten Tabellenführer TSV G. A. Stuttgart.


09.02.2015

Die Fellbacher Angreifer Valters Lagzdins ( links) und Timo Koch sind von den Stuttgarter Gästen nicht aufzuhalten. Fotos: Patricia Sigerist

Manchmal haben die Männer an ihrem Arbeitsplatz mit dem Rundumblick leichtes Spiel. Alexander Stierhof ist seit Saisonbeginn meist der Moderator in der Gäuäckerhalle I, die Stimme der Zweitliga-Volleyballer des SV Fellbach. Und Moritz Müller alias Movement Syndicate legt die Musik auf. Vermutlich kann er mit der Auswahl in seinem Kämmerlein bequem jede Dorfdisco übertrumpfen, an Tagen wie diesen allerdings darf sich der DJ auf die Gassenhauer konzentrieren. 750 Zuschauer waren am Samstag bei den Volleyballern, so viele wie zuletzt in vergangenen Zeiten um die Jahrtausendwende. Die Stimmung war prächtig, und Movement Syndicate verwöhnte das Publikum gern mit dem Hit des Abends: 'So geht der Hammer, und der Hammer, der geht so.' Die Zeilen priesen die durchschlagende Leistung des Gastgebers, der im Spitzenspiel gegen die guten Bekannten vom TSV G. A. Stuttgart quasi den Hammer auspackte und kaum Mühe hatte bei seinem 3:0-Erfolg (25:19, 25:17, 25:22). Der nun vom GSVE Delitzsch entthronte Tabellenführer war am Samstag kein ebenbürtiger Gegner für die Fellbacher, obschon er an diesem Montag immer noch vor dem SVF liegt in der zweiten Liga.

Volleyball ist ein Mannschaftssport, aber ein Einzelner kann ganz schön wichtig sein im Kollektiv. Malte Stiel ist unbestritten der beste Spieler beim TSV G. A. Stuttgart, der Außenangreifer stärkt auf seine Weise das gesamte Gefüge. Mit ihm an zentraler Stelle hat das Team den ersten Tabellenplatz erobert. Am Samstag allerdings konnte Malte Stiel in Fellbach nicht dabei sein, weil er sich noch in Ägypten aufhielt, um dort Beachvolleyball zu spielen. Ohne ihn ist es für die Stuttgarter nicht einfach, wie Tabellenführer auszuschauen. Ohne ihn waren sie beim Verfolger weitgehend chancenlos. 'Malte steht halt mit breiter Brust auf dem Feld, und auch fünf Punkte Rückstand werfen ihn nicht um', sagte Frank Rüdinger, der Stuttgarter Spielertrainer.

Die Gäste lagen in allen drei Sätzen deutlich zurück: zumindest mit fünf Punkten. Wenn sie doch mal näher herankamen, unterliefen sie ihre Bemühungen zuverlässig wieder mit Ungeschicklichkeiten. Vor allem ihr Service und ihre Ballannahme waren zu schwach für eine echte Chance an diesem Abend. 'Bei unserem Heimsieg zuletzt gegen den GSVE Delitzsch war das Niveau von beiden Seiten höher - ebenso danach in Freiburg', sagte der Fellbacher Trainer Diego Ronconi: 'Diesen Samstag sind wir nie in die Situation gekommen, unser bestes Volleyball spielen zu müssen.'
Er selbst, immer für Überraschungen gut, lud die Stuttgarter mit einem nicht unbedingt erwarteten Schachzug zum Denksport ein: Felix Klaue erhielt als Passgeber fast über die gesamte Spieldauer hinweg den Vorzug vor Patrick Köder. Er verrichtete seine Zulieferdienste mit einiger Zielstrebigkeit, vor allem der Hauptangreifer Valters Lagzdins war - wieder mal - in Galaform. Hinterher erhielt Felix Klaue die Auszeichnung für den wertvollsten Spieler und nicht Valters Lagzdins. 'Er hat Valters sehr gut eingesetzt und es so geschafft, bei uns Block und Feldabwehr zu zerlegen', sagte Frank Rüdinger. Die langen Stuttgarter Blocker Jonathan-Leon Finkbeiner, 2,11 Meter groß, und Veit Klausmann, 2,05 Meter groß, hatten aufgrund der schnellen Fellbacher Pässe keinen nennenswerten Zugriff auf das Geschehen. Auch die ungleich kleineren Fellbacher Außenangreifer Marvin Klass, 1,88 Meter groß, und Timo Koch, 1,90 Meter groß, waren von den Stuttgarter Hünen nur selten aufzuhalten.
'Meine Mannschaft hat sich weiterentwickelt', sagte Diego Ronconi nach dem auch schon wieder dritten Erfolg in Serie. Und diese Mannschaft besteht aus 14, nein, 15 Akteuren, Beach-Ass Tim Holler gehört ja auch dazu. Sie alle sollen im Trikot des Tabellenvierten zeigen können, was sie in den vergangenen Monaten, teils auch Jahren hinzugelernt haben. Sieben Spiele stehen in dieser Saison noch aus. Darunter vier Heimspiele. Moritz Müller alias Movement Syndicate wird gern wieder die Musik aussuchen für den zu Hause noch immer unbesiegten Zweitliga-Verbund des SV Fellbach. Kann sein, dass ein Hit zum Schlagwerk auch in den nächsten Wochen nicht zu kurz kommen wird, der Gassenhauer in der Gäuäckerhalle I: 'So geht der Hammer, und der Hammer, der geht so.' SV Fellbach: Lagzdins, Klass, Klaue, Koch, Nadale, Heermann, Peéry, Köder, Bergmann, Kreuzer, Sellner, Mättig, Winter, Hainich.
Wir sind nie in die Situation gekommen, unser bestes Volleyball spielen zu müssen. Diego Ronconi nach dem deutlichen Sieg

 

 

Thomas Rennet, Fellbacher Zeitung


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