Valters Lagzdins zieht es nach Köln

Der 29-jährige Diagonalangreifer mit Erstliga-Vergangenheit, der auf dem Spielfeld Durchsetzungsvermögen mit einer gewissen Leichtigkeit verbindet, verlässt in wenigen Wochen die Stadt und damit auch das Zweitliga-Team des SV Fellbach.


23.06.2018

Ob mit langen oder kurzen Haaren: Valters Lagdzins hat als Hauptangreifer der Fellbacher Zweitliga-Volleyballer stehts gefallen können. Fotos: Patricia Sigerist

Valters Lagzdins zieht in Kürze um. Nicht innerhalb der Fellbacher Stadtgrenzen. Sein neues Domizil wird auch nicht in der näheren Umgebung des bisherigen Wohnorts zu finden sein. Den 29-Jährigen werden bald knapp 400 Kilometer von Fellbach trennen. Valters Lagzdins verabschiedet sich in diesem Sommer von seiner Wohn- und Arbeits-, von seiner sportlichen Wirkungsstätte. Er wird sich nach Köln verändern, dort, in Sülz, am 1. August eine Stelle als Mediendesigner antreten. Im Zuge dessen verlässt der Hauptangreifer nun nach vier Jahren auch die Volleyballer des SV Fellbach. „Ein herber Verlust“, sagt der Teammanager Jonas Hanenberg, der gerade versucht, auch für die nächste Zweitliga-Saison eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzubekommen. Ohne Valters Lagzdins.

Der Schmetterkünstler mit lettischen Wurzeln war vor vier Jahren einer Ausbildungsstelle wegen zum SV Fellbach gewechselt, „um das Vernünftige in den Vordergrund zu stellen.“ Die Geschichte von der Ankunft des Schlagmannes mit den wehenden Haaren war keine alltägliche. Valters Lagzdins hatte sich bis dahin in der ersten Bundesliga behauptet. In seinem Heimatverein TV Bühl war und ist er eine Institution. Ehe er sein Leben in Fellbach fortgeführt hat, war der vielseitige Volleyballer Kapitän des Erstligisten in Baden. Ein mit Stolz betrachtetes Eigengewächs, bestens geschult auch in Friedrichshafen. Doch fortan sollte der gewaltige Aufschläger und Angreifer seiner Sportart bloß noch in der Freizeit nachgehen: beim SV Fellbach, bei dem er eine Reihe von Spielern bereits zu seinen guten Bekannten zählte. Etwa Jonas Hanenberg, mit dem er schon beim TV Bühl zusammen angetreten war.

In der Gäuäckerhalle I war Valters Lagzdins in all den Jahren eine Attraktion. Sein Spiel verbindet Durchsetzungsvermögen mit einer gewissen Leichtigkeit. Er bewegt sich geschmeidig – auch in der Defensive, in der er sich als kompletter Volleyballer zu erkennen gibt. Der Zugang fand sich so im neuen Umfeld in Fellbach direkt zurecht und anerkannt. „Ein richtig netter Kerl. Dazu hat er die Mannschaft geprägt. Die Erfolge wären ohne ihn nicht möglich gewesen“, sagt Werner Hofmann, Vorstandsmitglied des SV Fellbach. Er sah Valters Lagzdins und dessen Teamgefährten zwei Titel nacheinander feiern: 2015 und 2016.

Nach dem vierten Platz im darauffolgenden Jahr ist die Mannschaft zuletzt über den zehnten Rang nicht hinausgekommen. Mehrere Fachkräfte mit Erstliga-Vergangenheit greifen seit dem Sommer 2017 nicht mehr für die erste SVF-Vertretung zur bunten Kugel: Marvin Klass, Yannick Harms, Philipp Arne Bergmann – und Jonas Hanenberg, seither Teammanager des Zweitliga-Verbunds. Valters Lagzdins, mittlerweile mit Kurzhaarschnitt versehen, blieb der Mannschaft mit seinen Qualitäten am Netz erhalten. Er musste sich nach einer ganz starken Hinserie aber einer Knieoperation unterziehen – nicht die erste Verletzung in seiner Fellbacher Zeit – und fortan als Assistent des Kumpels und Cheftrainers Thiago Welter mit ansehen, wie sich Personal- und Abstiegssorgen mehrten. Am Schluss war der SVF dem Absteiger GSVE Delitzsch noch vier Punkte voraus. Der herausragende Spieler allerdings wird in der nächsten Zweitliga-Saison nicht mehr zum Kader gehören.

„Eigentlich war es schon eine schöne Zeit“, sagt Valters Lagzdins – trotz der Blessuren, die in den vergangenen drei Jahren einige Pausen erzwangen: „Doch richtig heimisch habe ich mich nie gefühlt.“ Zu Hause ist er in Bühl. Und am besten gefällt es ihm schon seit geraumer Zeit in Köln. Dort hat er viele Freunde. Dort lebt Kai Vogel, der Kumpel, der noch mit seinem Vater zusammen Volleyball gespielt hat. Kai Vogel, demnächst 40, hängt jetzt aus besonderem Anlass noch ein Jahr dran als Spieler des FC Junkersdorf Köln. Von Herbst an wird in der Regionalliga ein gewisser Valters Lagzdins an seiner Seite wirbeln.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

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Landespokalsieger 2015

 

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