Viel Zuspruch und neue Zuversicht

Der SV Fellbach überzeugt in Eltmann, verliert am Ende beim Zweitliga-Tabellenführer aber doch mit 2:3. Selten bekommt ein Verlierer so viel aufrichtige Anerkennung, nicht zu verwechseln mit dem routinierten Lob für den Unterlegenen.


23.01.2017

Foto: Patricia Sigerist

 Die Volleyballer des SV Fellbach haben am Samstag zwar erneut, tatsächlich schon zum zehnten Mal nacheinander, einem Gegner in der zweiten Bundesliga zum Erfolg gratuliert. Dieser Gegner war allerdings der Tabellenführer; und die Volleys Eltmann durften hinterher doch ein bisschen aufatmen, weil sie an diesem Abend um ihre erste Heimniederlage fast nicht herumgekommen wären. Die Gäste waren beim 2:3 (19:25, 25:21, 25:17, 23:25, 12:15) trotz fortgesetzter Personalsorgen nahe dran am designierten Meister, am ersten Sieg im Ligageschehen seit fast drei Monaten. Nach 123 Spielminuten nahmen sie trotz der mehr erzielten Punkte in den fünf Sätzen (104:103) aber einen Zähler mit statt deren drei, den Abstiegsplatz konnten sie damit nicht verlassen. Sie nahmen aber auch viel Zuspruch und Zuversicht mit auf die Rückreise aus dem Unterfränkischen. „Das war ein positiver Auftritt der gesamten Mannschaft, unsere beste Leistung seit langer Zeit“, sagte der Fellbacher Trainer Markus Weiß.

Der Titelgewinner der Jahre 2015 und 2016, den eine episch anmutende Verletzungsmisere weit zurückgeworfen hat, brachte seinen Nachfolger an der Zweitliga-Spitze für eine ganze Weile von einer Verlegenheit in die nächste. Im zweiten Satz war der Tabellenelfte zu stark für den Ligaprimus, im dritten sowieso. Und im vierten Abschnitt lagen die Fellbacher zumindest schon mit 20:18 vorn. Ein Coup war möglich. Ein Befreiungsschlag nach neun Niederlagen. Einunverhoffter 3:1-Erfolg samt der Dreingabe von drei Punkten. Ein paar Nuancen haben in dieser Phase den Ausschlag gegeben, ein paar Fehler mehr waren gegen den anstürmenden Widerpart ein paar Fehler zu viel. Die Volleys Eltmann konnten eben auch mit ihrer gesamten Kapelle aufspielen. Mircea Paul Peta etwa, später zum wertvollsten Akteur der Begegnung gekürt, kam auf Dauer erst im dritten Durchgang, um auf hohem Niveau an der Wende in diesem Klassespiel zu arbeiten. „Schade drum“, sagte Markus Weiß nach dem abschließenden Hieb des Gegners, der mit fünf Punkten Vorsprung die Zweitliga-Tabelle anführt. Aber die Zufriedenheit überwog beim Fellbacher Trainer, weil seine verbliebene Kleingruppe trotz der sehr überschaubaren Wechselmöglichkeiten diese Wende fast verhindert hätte. Die Situation war ja nicht wirklich besser als in den vergangenen Wochen. Markus Weiß musste auf eine Handvoll Spieler von vornherein verzichten. Zu den Langzeitpatienten Patrick Köder, Tin Tomic und Tibor Filo trugen sich der Zuspieler Christian Bura (Entzündung im rechten Ellbogen) und Timo Koch (krank im Bett) in die Vermisstenliste ein. Der Kapitän Marvin Klass kehrte ungeachtet seiner langwierigen Schulterverletzung überraschend ins Team zurück als Libero. Sebastian Mättig, der angestammte Libero, hielt sich derweil „als Universaloption“ (Weiß) bereit. Etwa auch für Matthias Welsch, der zum Auftakt 2017 aus der zweiten Mannschaft aufgerückt ist und zwei Spielklassen weiter oben jetzt die Verantwortung als Pass- und Taktgeber in seinen Händen hat. Er hat das in Eltmann erneut gut gemacht. Auch seine Nebenleute Philipp Arne Bergmann, zum Besten beim SV Fellbach erkoren, Yannick Harms, Jan Jalowietzki, Marvin Klass, Jonas Hanenberg, Valentino Nadale und Johannes Leipert trugen zur ansprechenden Vorstellung des Außenseiters bei – gegen die Wende in dieser Begegnung haben sie dann allerdings doch vergeblich angekämpft.


War das jetzt, trotz neuerlicher Niederlage, die Wende in dieser Saison? „Fragen Sie mich das am nächsten Samstag nach dem Spiel gegen die VYS Friedrichshafen noch einmal“, sagte Markus Weiß. Mit aufrichtiger Anerkennung allein wird der Abstieg nicht zu vermeiden sein.SV Fellbach: Bergmann, Harms, Welsch, Jalowietzki, Hanenberg, Nadale, Klass, Leipert, Lagzdins, Mättig, Winter.

 

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung

 

 


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