Vom Weg abgekommen in unsicheres Gelände

Nach starkem Auftakt verliert der SV Fellbach in der zweiten Bundesliga gegen den TuS Durmersheim mit 1:3


21.01.2013

Die Mannschaft des TuS Durmersheim wird keinen Titel gewinnen. Sie wäre allerdings ein ganz aussichtsreicher Titelkandidat, ginge es allein um die solideste Präsentation in der zweiten Bundesliga. Der TuS Durmersheim verfügt über eine grundsolide Mannschaft, der Fehler nur in feiner Dosierung unterlaufen. Das unterscheidet die badischen Volleyballer sehr vom SV Fellbach, den sie am Samstag mit 3:1 (23:25, 25:10, 25:20, 25:21) besiegt haben. Der Aufsteiger spielt nicht solide: auf diesem Niveau. Wie auch, der Aufsteiger setzt überwiegend auf Aufsteiger, für die dieses Niveau neu ist. Ein Problem für die Beteiligten ist allerdings, dass der SV Fellbach in der Rückrunde viel weiter weg ist von solidem Zweitliga-Niveau als vorher. Und deshalb rücken nach und nach auch die Abstiegsplätze näher, zu denen die Akteure um den Trainer Diego Ronconi in der Hinrunde mit sechs Siegen ein hübsches Polster aufgebaut hatten. Seither ist kein weiterer Sieg mehr hinzugekommen.

Der Gastgeber hatte vor den 250 Zuschauern in der Gäuäckerhalle I stark begonnen. Konzentriert und konsequent. Der Passgeber Patrick Köder gefiel am Samstag zunächst mit umsichtigem Spiel, und der Passempfänger Raimund Abele drosch die Bälle mit einer Wucht ins gegnerische Feld, dass dort für den Moment Krater zu befürchten waren. Der Fellbacher Hauptangreifer war nicht aufzuhalten, und weil auch die Nebenleute wie Jonas Hanenberg ihre Aufgaben zu erfüllen vermochten, war das gesamte Team des SV Fellbach nicht vom Satzgewinn abzuhalten. Die Durmersheimer Volleyballer konnte der schwungvolle Auftakt des Opponenten aber nicht weiter beeindrucken. Sie blieben trotz der gelungenen Vorstellung des Gegners immer dran. Auch in diesem ersten Abschnitt hätten sie nachlassende Widersacher wohl umgehend bestraft. Doch der Aufsteiger ließ nicht wirklich nach. Die Gäste mussten warten, und sie warteten nicht vergebens.

Valentino Nadale, Patrick Köder (rechts): Die Blocker werden selbst gestoppt. Foto:Maximilian Hamm

'Die Durmersheimer spielen immer gleich', sagt der SVF-Trainer Diego Ronconi: 'Das ist in der individuellen Klasse der Spieler begründet.' Leute wie der Kapitän Marko Kienast, wie der Schnellangreifer Markus Wintergerst oder der variable Zuspieler Hannes Maisch sind in dieser Spielklasse einfach gut, anhaltend gut: Denn sie wissen, was sie tun. Beim SV Fellbach hingegen waren zwar alle auch mal gut am Samstagabend - 'aber eben nicht durchgängig' (Diego Ronconi). Sondern vor allem im ersten Durchgang und nach dem desaströsen zweiten Satz nur noch in Phasen und kaum mehr einmal zur gleichen Zeit. Am besten festmachen lässt sich der Mangel an Konstanz, der die Fellbacher gerade von weiteren Erfolgen abhält, an dem mächtigsten Schlagmann: Raimund Abele. Der 27-Jährige begann am Samstagabend als kühner Draufgänger. Doch je mehr der SV Fellbach vom Weg abkam in unsicheres Gelände, desto weniger blieb von der Kühnheit des härtesten Angreifers. Das ist gar keine große Überraschung, sondern nur ein nachvollziehbarer Prozess: Auch Raimund Abele, seit 2004 beim SVF, hat davor erst in der Regionalliga gespielt. Wie Patrick Köder, Valentino Nadale, Niko Oefner und Stephan Peéry, die am Samstagabend allesamt in der Startformation standen.

Im Augenblick reicht das Gesamtgefüge nicht mehr, um an die Hinserie anknüpfen zu können, im Augenblick reicht es nicht mehr für die zweite Liga. Das ist auch und nicht zuletzt auf die Schulterverletzung des Außenangreifers Lars Lückemeier zurückzuführen, der in der ersten Saisonhälfte wesentlichen Anteil hatte an der feinen Bilanz des Aufsteigers. Er musste gegen den TuS Durmersheim als Zuschauer mitleiden. Vermutlich kann er auch nächsten Samstag, 19.30 Uhr, beim TSV Grafing nicht zur Wende beitragen. 'Sein Einsatz ist unwahrscheinlich', sagt Diego Ronconi. Der Umschwung wird ohne die junge Antriebskraft noch ein bisschen schwieriger als eh schon. Mag der TSV Grafing auch einen Abstiegsplatz belegen. 'Es wäre gerade lächerlich, uns dort als Favorit zu sehen', sagt der Fellbacher Trainer.

Fehler in Serie werden in der zweiten Bundesliga recht zuverlässig bestraft - nicht nur vom TuS Durmersheim. Die badische Mannschaft ist grundsolide. Nicht weniger, aber halt auch nicht mehr. SV Fellbach: Köder, Klass, Abele, Hanenberg, Nadale, Peéry, Oefner, Lepthin, Wolfram, Stanimirovic, Haas, Hainich, Strohbücker.

Quelle: Artikel aus der Fellbacher Zeitung von Thomas Rennet.

 

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