Vor dem Saisonende ist schon vor der Saison

Beim Zweitligisten SV Fellbach kann jetzt die Mannschaft hinter der Mannschaft konkret die Zukunft planen.


10.04.2013

Der Trainer transportiert zwar keine Güter außer den wenigen Utensilien, die er als Trainer eben so braucht am Abend. Aber eine Art Fernfahrer ist er dennoch. Am Samstag, 19.30 Uhr, treten die Zweitliga-Volleyballer des SV Fellbach zur Abschlussparty beim Meister VSG Coburg/Grub an. Und die Meilen, die der Trainer dann allein in dieser Saison hinter dem Lenkrad gesammelt hat, würden reichen, die Welt zu umrunden. Etwa 45 000 Kilometer hat der Trainer seit dem Sommer des Vorjahres in Fellbacher Volleyball-Angelegenheiten abgespult. 'Das sind eineinhalb Inspektionen', sagt Diego Ronconi, der Trainer. Ursächlich dafür sind nicht vor allem die Auswärtsreisen im Ligageschehen, die vorerst letzte folgt am Samstag ins fränkische Coburg, sondern die Wege zum Training. Diego Ronconi wohnt in Bühl. Das liegt nicht direkt um die Ecke. Für den A-Lizenz-Trainer und Trainerausbilder in der badischen Heimat sind es stets 125 Kilometer nach Fellbach.

Seit 2009 nimmt der 48-Jährige die Mühen auf sich. Ob Diego Ronconi weiterhin Stunden auf den bekannten Straßen verbringen wird, über Karlsruhe und Pforzheim Richtung Fellbach, ist noch nicht entschieden - und wohl auch so bald noch nicht entschieden. Es ist ja erst seit Samstag, seit dem 3:1-Erfolg gegen den TSV Zschopau vor 500 Zuschauern, entschieden, dass der Aufsteiger in der zweiten Liga bleiben darf. 'Beide Seiten haben Pakete zu schnüren', sagt Marc Belser aus dem Dachgremium der Volleyballer. Die Abteilung muss schauen, ob sie das wieder hinbekommen kann. Und Diego Ronconi muss schauen, ob er das wieder hinbekommen will. Der erfahrene Anleiter - und Autofahrer - spricht von 'einer guten Basis und gegenseitigen Sympathiebekundungen'.

Bis Samstagabend konnten die Vorderen der Fellbacher Schmettermänner im Hintergrund an den strukturellen Grundlagen arbeiten. 'Das interne Ziel ist es, uns in der zweiten Bundesliga zu etablieren', sagte im Februar der Abteilungsleiter Toni Pesch. Auch mit den Spielern fanden schon Gespräche statt. Aber erst jetzt kann die Mannschaft dahinter mit der Mannschaft auf dem Spielfeld konkret die Zukunft planen. Und ganz generell das neue Erscheinungsbild der Volleyballer in der zweiten Liga.

Sicher ist: Das Team wird sich verändern. Anstrengungen und/oder Anforderungen sind für den einen oder anderen Aufsteiger aus der Regionalliga zu groß. Einige der Neulinge haben sich allerdings auf dem ungewohnten Niveau behauptet. Vorneweg Stephan Peéry, so etwas wie der Aufsteiger der Saison. Der körperlich Kleinste war mal ein Wackelkandidat in der Regionalliga. 'Jetzt hat er sich zu einem der besten Liberos der zweiten Bundesliga entwickelt - unglaublich', sagt Diego Ronconi. Stephan Peéry hat sich das trotz beruflichem Karriereweg bei einem großen Stuttgarter Autobauer hart erarbeitet. Er steht, ganz nebenbei, regelmäßig zu Hause vor dem Spiegel und exerziert ohne Ball die bei der Ballannahme erforderlichen Armbewegungen. Der zweite Platz in der Rangliste der Aufsteiger gebührt unbedingt dem Zuspieler Patrick Köder, der eine bemerkenswert konsequente Saison absolviert. Auch er hat sich - wie Stephan Peéry - direkt und anhaltend in der zweiten Bundesliga zurechtgefunden. Und tatkräftig mitgeholfen, den Abstieg zu vermeiden. Mit den anderen Aufsteigern. Und natürlich mit den starken Zugängen, Marvin Klass oder Lars Lückemeier. Auch mit den beiden versierten Außenangreifern ist die nächste Saison abschließend noch nicht besprochen. 'Bei mir ist alles noch offen', sagt Marvin Klass. Der 24-Jährige mit Erstliga-Vergangenheit hat weitere Angebote vorliegen und - wie Lars Lückemeier - eh erst mal die Beachsaison vor sich. 'Es gibt gerade noch keine personellen Entscheidungen', sagt Marc Belser.

Der Zuspieler Patrick Köder ist nach starken Vorstellungen am Ziel. Foto: Maximilian Hamm

Mit einer Ausnahme: Alexander Haas hat am Samstag wie angekündigt seine Laufbahn als Volleyballer - mit starken Szenen nach seiner Einwechslung am Schluss - beendet. Der frühere Erstliga-Angreifer des TV Rottenburg spart sich künftig das regelmäßige Pendeln von seinem Wohnort Sindelfingen nach Fellbach. Mal sehen, ob denn der Trainer aus Bühl im Sommer die nächsten 45 000 Kilometer angehen wird.

Quelle: Artikel aus der Fellbacher Zeitung von Thomas Rennet.


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