Wie der Lehrling den Meister auf Kurs bringt

Der 3:1-Erfolg des Zweitliga-Tabellenführers SV Fellbach gegen den GSVE Delitzsch ist vorneweg ein Verdienst des Jüngsten: Der 18-jährige Tin Tomic leitet vor den 500 Zuschauern im zweiten Satz als überaus effizienter Kurzarbeiter die Wende ein. Thomas Rennet Foto Patricia Sigerist

Als Tin Tomic im zweiten Satz zum Aufschlag kam, lag sein Team mit 15:17 zurück. Es sah für den Gastgeber nicht besonders gut aus in diesem Abschnitt und überhaupt in dieser Begegnung, dem Tabellenführer war da tatsächlich eine 0:3-Niederlage zuzutrauen.


22.02.2016

Grund zur Freude beim Zweitliga-Tabellenführer SV Fellbach, ganz besonders bei Tin Tomic (rechts) Foto: Patricia Sigerist

Als Tin Tomic nach gefühlt sehr, sehr langer Zeit, vor allem für den Gegner, dann nicht mehr an der Reihe war mit dem Service, war das Geschehen am Samstag ein anderes. Nichts mehr war so wie vorher, der 18-Jährige hatte die Handlung einfach in eine andere Richtung gedreht. Punkt für Punkt hatte er mit seiner schnippischen Spieleröffnung direkt erzielt oder zumindest direkt heraufbeschworen. Insgesamt waren es acht Zähler am Stück, der SV Fellbach, eben noch in Schwierigkeiten, lag nun mit 23:17 in Führung und rauschte fort- an über die Zweitliga-Konkurrenz vom GSVE Delitzsch hinweg. In Schwierigkeiten waren jetzt nur noch die Gäste aus Sachsen. Die SVF-Volleyballer um den Kapitän Marvin Klass gewannen vor den 500 Zuschauern in der Gäuäckerhalle I noch souverän mit 3:1 (22:25, 25:18, 25:17, 25:17). 

Der wichtigste Mitwirkende an diesem Abend hat sich ja auch dieses 20. Saisonspiel des SV Fellbach meist von außen angeschaut. Tin Tomic ist ein Lehrling beim Zweitliga-Meister. Aber an einem Tag wie diesem trägt der Lehrling in aller Eile Entscheidendes bei zum Erfolg. Mit seinen geschickten Aufschlägen hat er die gelungene Auftaktphase des GSVE Delitzsch beendet. Die Gäste hatten, personell geschwächt, viel riskiert und den SVF unter Druck gesetzt. „Gegen die Fellbacher musst du so viel Druck machen. Aber wir haben das nicht durchhalten können, plötzlich sind wir in der Ballannahme eingebrochen“, sagte Frank Pietzonka, der Trainer des Tabellenachten. Sein Verbund bekam die Kugel, die offenbar auf unberechenbaren Wegen daherflog, nicht mehr unter Kontrolle nach dem Service des Lehrlings. „Tin war nach seiner Einwechslung voll da“, sagte der Fellbacher Chefanleiter Markus Weiß.

Und nach dem Umschwung war dann auch der Rest der Mannschaft voll da. „Wir haben die Aufgabe später besser gelöst und wie aus einem Guss gespielt“, sagte Markus Weiß. Nun erinnerte sich der Ligaprimus, der mit Macht und schon sechs Punkten Vorsprung auf den neuerlichen Titel drängt, seiner Fähigkeiten. Nun konnten sich die Gastgeber in Szene setzen. Sie waren im Block präsent und im Angriff. Der Passgeber Patrick Köder gab seinen Nebenleuten am Netz etwa Jonas Hanenberg, Christopher Howe oder Timo Koch vermehrt Gelegenheit zur resoluten Entfaltung. Das gefiel auch dem namhaftesten Vorgänger auf seiner Position in der Gäuäckerhalle I. Michael Dornheim, 1998 mit dem SV Fellbach deutscher Vizemeister und in seiner Laufbahn 192-mal National(zu)spieler, fand nichts auszusetzen an der Gestaltungskraft des 25-Jährigen: „Er macht es wirklich gut. Da sind keine Schnitzer drin.“ Den ersten Satz wollte Michael Dornheim aus der Bewertung ausklammern: „Die Fellbacher Annahme war da nicht gut genug.“ Zu zerfleddert kam zu diesem Zeitpunkt noch der Verbund des Titelverteidigers daher, zumal nach den hammerharten Aufschlägen des jungen Jan Jalowietzki im Trikot des GSVE Delitzsch.

 

Besserung stellte sich beim SV Fellbach erst mit dem Service des noch jüngeren Tin Tomic ein, der auch im dritten und vierten Durchgang für kurze Sequenzen mitmischen durfte und trotz überschaubarer Spielzeit nur folgerichtig die Auszeichnung als wertvollster Akteur der Partie erhielt. „Das hat er sich verdient, das wird ihn pushen“, sagte Markus Weiß, während sein Musterschüler im Foyer der Halle durch ein Spalier von Gratulanten ging.SV Fellbach: Klass, Köder, Howe, Koch, Winter, Nadale, Hanenberg, Harms, Mättig, Tomic, Klaue, Sellner.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung

 

 


Ansprechpartner Presse


Presse & Öffentlichkeitsarbeit
SV Fellbach, Abteilung Volleyball
mail

Hall of Fame

Deutscher Vizemeister: 1998

Meister 2. Bundesliga 1995, 2001, 2015, 2016 

Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

Sieger Süddeutscher Pokal 2014

Landespokalsieger 2015

 

Ehemalige Fellbacher Volleyballsternchen:

Karlo Striegel, Frank Bachmann, Christian Pampel, Holger Werner,Alexander Haas, Alexander Walkenhorst, Goran Iliev, Matthias Pompe, Simon Tischer, Christian Metzger, Dirk Oldenburg, Michael Dornheim, Jörg Ahmann, Stepan Masic, Ronny Pietsch, Christian Kilgus, Dirk Taubert, Robert Jetschina, Ronald Rietz, Paul Duerden, Petri Sainio, Marc Blaich, Michael Raddatz, Adis Katanovic, Simo Hanaoui, Gregory Hansen, Jochen Schmid, Adis Katanovic, Edgar Tetsuekoue ...