Wie der Meister seine Probleme bewältigt – 3:1

Der SVF demonstriert seine Widerstandskraft und siegt in Leipzig.


10.10.2016

Der Verbund des SV Fellbach kam ziemlich mitgenommen daher. Nicht wegen der knapp 500 Kilometer auf dem Weg nach Leipzig, auf dem sich die Reisegruppe mit den Lunchpaketen eines Sponsors stärken konnte. Ein paar der Volleyballer waren gar nicht dabei, und ein paar der Volleyballer, die dabei waren, hatten gerade so noch einen Gesundheitszustand erreicht, der ihnen die Ausfahrt zum entlegenen Zweitliga-Konkurrenten erlaubte. Doch die Gäste haben sich von den misslichen Voraussetzungen dann nicht weiter beeindrucken lassen und, da sie schon mal dort waren, bei den L. E. Volleys in Leipzig die Punkte mitgenommen. Die Männer im Fellbacher Trikot setzten sich am Samstagabend über die personellen Probleme hinweg und mit 3:1 (25:20, 18:25, 29:27, 25:20) beim letztlich verzweifelnden Team des Gastgebers durch. „Das war kämpferisch und emotional sehr, sehr stark“, sagte Markus Weiß, der Trainer des SVF: „Wir haben die Leipziger teilweise niedergerungen.“

Es sah nicht gut aus für den Meister 2015 und 2016. So schlecht, dass Markus Weiß beim Seriensieger der vergangenen Jahre eine ungewöhnliche Losung ausgab: „Wir haben nichts zu verlieren.“ Ohne Christian Bura und Tin Tomic, beide krank zu Hause. Ohne Timo Koch, den jetzt zu den Schulter- auch noch Kniebeschwerden plagen. Und der Kapitän Marvin Klass war zwar Teil des Ganzen, nach einer Leistenoperation aber wie zuletzt als Assistenztrainer und nicht als Anführer auf dem Spielfeld. Jan Jalowietzki und Jonas Hanenberg hatten ihre anhänglichen Krankheitserreger halbwegs in die Schranken verwiesen vor dem Wochenende. Und Patrick Köder konnte mit medizinischen Zutaten trotz einer Schulterentzündung zuspielen. Das traf sich gut angesichts des erkrankten Christian Bura: Ohne Patrick Köder wäre der SV Fellbach auch ohne angestammten Ballverteiler aufgelaufen. Der Libero Sebastian Mättig hätte einen unfreiwilligen Positionswechsel vollzogen und die Aufgabe des Spielmachers übertragen bekommen. „Das hätte den Gegner mit Sicherheit überrascht“, sagte Markus Weiß und schmunzelte.

Doch Patrick Köder konnte seinen Nebenleuten am Netz doch auf hohem Niveau zuarbeiten. Er hielt durch wie auch Jonas Hanenberg, Jan Jalowietzki oder der Hauptangreifer Valters Lagzdins, nicht lange davor ebenfalls noch gesundheitlich angeschlagen. Alle vier trugen zum Sieg bei, den die Fellbacher um den erneut zum wertvollsten Akteur gekürten Yannick Harms in einer schneidigen Anfangsphase einleiteten und in einer schneidigen Schlussphase besiegelten. Dazwischen mussten sie eine Schwächephase überstehen und nach dem verlorenen zweiten Abschnitt eine durchaus heikle im dritten. Der SV Fellbach vergab eine 24:21- Führung, holte Versäumtes aber mit dem siebten Satzball zum 29:27 nach.

Der Titelverteidiger hat wieder seine Widerstandskraft in kniffliger Lage demonstriert. Die Spieler sind nachts um halb drei dann ziemlich mitgenommen zu Hause angekommen. Und ziemlich zufrieden. SV Fellbach: Köder, Harms, Hanenberg, Lagzdins, Jalowietzki, Filo, Mättig, Leipert, Nadale, Winter.

 

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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