Wiedersehen unter veränderten Vorzeichen

Der SV Fellbach erwartet die Volleys Eltmann wieder zum Spitzenspiel in der zweiten Bundesliga. Doch diesmal sind die Unterfranken ganz vorne, der Meister bemüht sich nach schwierigen Wochen um den Anschluss.


04.11.2016

Foto: Patricia Sigerist

Es ist schon wieder siebeneinhalb Monate her, als Volleyball in Fellbach so prächtig anzuschauen war wie kaum einmal davor in diesem Jahrtausend. Die besten Teams der zweiten Bundesliga Süd trafen da aufeinander, und der Galaabend vor 850 Zuschauern in der Gäuäckerhalle I hat sogar zwei Sieger hervorgebracht. Die Volleys Eltmann lenkten das Geschehen noch mit 3:2 in ihre Richtung, der SV Fellbach allerdings hatte nach famoser Vorstellung mit der 2:1-Satzführung bereits seinen Titel verteidigt. Abgerundet hat das stimmungsvolle Netz-Werk ein kleiner, wilder Tanz: Die Spieler aus Unterfranken federten hinein in den Fellbacher Kreis und bildeten nun vereint mit den Gegenspielern ein wogendes Knäuel. Jetzt kommen sie wieder zusammen, Titelanwärter auch diesmal hüben wie drüben. Doch die Fellbacher Volleyballer kämpfen bereits lange vor dem Abschluss der Zweitliga-Saison um den Anschluss. Trotz schwieriger Voraussetzungen können sie sich am Samstagabend (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) eine Niederlage fast nicht erlauben, wollen sie Kontakt zum Tabellenführer halten. Und die Chance auf den dritten Titel nacheinander wahren.

Auch wenn sich Mittelfranken, im Trikot des SV Schwaig, zwischen Unterfranken und Fellbacher geschoben haben: Die Volleys Eltmann und ihre kongenialen Konkurrenten aus dem schwäbischen Schmetterstandort bilden in gewisser Weise einen Verbund in ihrer Liga. Beide verfolgen die Idee, den Plan vom Einzug in die erste Bundesliga. Ein anspruchsvolles Unterfangen schon aus finanziellen Gründen. Wer unter den Besten der Branche aufschlagen will, benötigt zumindest ein nicht zu geringes sechsstelliges Budget pro Saison. Deshalb dreschen beide noch immer eine Etage tiefer auf die Kugeln ein, obschon sie sich vorsorglich bereits in der vergangenen Runde dem Vorlizenzierungsverfahren der Volleyball-Bundesliga (VBL) unterzogen hatten unabdingbare Voraussetzung für Erstliga-Ambitionen. Doch der SV Fellbach und die Volleys Eltmann sahen in Ermangelung der nötigen Rahmenbedingungen von dem „riesigen Sprung“ (VBL-Geschäftsführer Klaus-Peter-Jung) ab. Entmutigen lassen sie sich aber nicht von den gewaltigen Anforderungen vor allem bei der Sponsorensuche. Zur Teilnahme an der Vorlizenzierung haben sich bis zum Stichtag Anfang der Woche wieder bloß die bekannten Kandidaten entschlossen: SV Fellbach und Volleys Eltmann.

Auf den Spielfeldern der zweiten Bundesliga, 162 Quadratmeter für zwölf nicht selten zwei Meter große Männer, haben sich die Bewerber aber schon etwas voneinander entfernt. Der Frühjahrszweite rauscht jetzt als Erster vorneweg. Das Team um den Trainer Milan Maric hat mit all seinen erstligaerfahrenen Akteuren die 15 Punkte eingesammelt, die bis dahin auf dem Weg lagen, und dabei überhaupt erst einen Satz abgegeben. Der Frühjahrserste indes kommt nun, als Dritter, hinterher. Die Fellbacher haben ihre Personalprobleme meist, aber nicht in jedem Fall kompensieren können.

Sie haben unwillkommene Begleiter der vier Erfolge die erste (0:3 beim TSV G. A. Stuttgart) und die bis dahin letzte Begegnung dieser Zweitliga-Serie (2:3 beim GSVE Delitzsch) verloren. Immerhin hat zuletzt in Sachsen der Kapitän Marvin Klass seinen Körper zum Saisoneinstand überreden können nach einer Leistenoperation im Spätsommer. Der 27-Jährige, stets zuverlässiger Anführer der Titelgewinner der vergangenen beiden Spielzeiten, will sich nun wieder an sein eigenes Niveau heranarbeiten und im Idealfall rasch auch an jenes, das die Volleys Eltmann in diesen Wochen vorgegeben haben. „Sie befinden sich in Bestform, sie sind die Favoriten“, sagt der Fellbacher Trainer Markus Weiß. „Unser Ziel ist es, sie zu überraschen und die Stimmung in der Halle zu nutzen.“ Für den Champion, der nun Außenseiter ist, kommt erschwerend hinzu, dass am Montag und Dienstag wegen der Herbstferien kein Training möglich war. Derlei Beeinträchtigungen passen so gar nicht zum Ziel, zur ersten Liga, in der sich die Mannschaften eher zweimal am Tag treffen als gar nicht.

Doch die Fellbacher sind seit 2015 Meister: Mit ihnen, hart im Nehmen, ist immer zu rechnen. Gar nicht auszuschließen daher auch, dass am Samstag nach siebeneinhalb Monaten wieder ein Galaabend gegen die Volleys Eltmann bevorsteht.

Info Nach zuletzt zwei Erfolgserlebnissen in der Regionalliga erwartet die zweite Vertretung des SV Fellbach die zweite Mannschaft des TV Rottenburg  in der Gäuäckerhalle I. Beginn am Samstag ist um 16.30 Uhr.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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Deutscher Vizemeister: 1998

Meister 2. Bundesliga 1995, 2001, 2015, 2016 

Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

Sieger Süddeutscher Pokal 2014

Landespokalsieger 2015

 

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