Wo Bayern und Badener miteinander feiern

Bei der 1:3-Niederlage gegen den TSV Unterhaching II kommt das personell geschwächte Zweitliga-Team des SV Fellbach an seine Grenzen. Die Fans der Gäste verbünden sich ohne Grenzen lautstark mit den Partygängern des TSV Mimmenhausen.


12.03.2018

Tin Tomic ist nach längerer Krankheit mit den Kräften am Ende, kämpft mit dem SVF aber bis zuletzt um die Siegchance. Foto: Heiko Potthoff

Auf der Tribüne haben die Abgesandten des Fanklubs Hachinga Hammerblock den Lärmpegel hochgeregelt. Darüber hinaus haben sie gern die eigens mitgebrachten Plastikhämmer geschwungen, wenn es mal wieder ordentlich gekracht hat in der Gäuäckerhalle I. Derlei gefiel auch den entschieden gut gelaunten Volleyballern des TSV Mimmenhausen, die noch übrig waren vom Nachmittagsspiel gegen den SV Fellbach II (3:1). Die Partygänger und Aufsteiger eben in die zweite Bundesliga verbündeten sich lautstark mit der Gefolgschaft des TSV Unterhaching II, alle miteinander verkündeten sie ausdauernd und immer im Wechsel ihre Botschaft: „Hier regiert der TSV.“ Es war am Samstag nicht direkt ein einfacher Abend für die Gastgeber des SV Fellbach. Auf den Rängen dominierten Bayern mit Badenern, und auf dem Spielfeld kamen die Männer in Rot an diesem Tag gegen die Gäste in Grün an ihre körperlichen Grenzen. Die Fellbacher Zweitliga-Akteure um den Interimskapitän Valentino Nadale stemmten sich zwar überaus beherzt gegen die drohende Niederlage, konnten diese mit dem verbliebenen Häuflein aber nicht mehr abwenden. Nach dem 1:3 (16:25, 21:25, 25:23, 23:25) bleibt den Geschlauchten immerhin ein wenig Zeit zur Genesung bis zur nächsten Aufgabe in der zweithöchsten Spielklasse am 24. März bei der TGM Gonsenheim.

Die Voraussetzungen sind in diesen Tagen sehr zum Nachteil des SV Fellbach. Der Hauptangreifer Valters Lagzdins (Meniskusoperation) kann bis Saisonende gar nicht mehr zuschlagen. Patrick Köder, Kapitän und Zuspieler, Sebastian Mättig wie Tibor Filo mussten am Samstag immer noch krank zu Hause bleiben. Die beiden jungen Außenangreifer Jan Jalowietzki, 22, und Tin Tomic, 20, waren quasi direkt aus dem Bett zum Spieltag erschienen. Mit ihnen hatte der Trainer Thiago Welter gerade neun Spieler aus dem Zweitliga-Aufgebot im Team, dazu kamen Ole Lepthin, Moritz Hirning (beide SVF II) und Stephan Peéry (SVF III). Der Gegner war derweil nicht bloß mit lautstarker Unterstützung angereist, sondern überhaupt mit voller Kapelle. Mit starken Fachkräften wie Aleksandar Milovancevic. Der serbische Außenangreifer, 31, hatte früher im Europapokal gewirbelt und vergangene Saison noch im Trikot des bayerischen Erstligisten TSV Herrsching. Er hat am Schluss mit seiner Erfahrung den Unterschied ausgemacht; bemerkenswert allerdings, wie gering, verschwindend gering dieser Unterschied nach den ersten beiden Sätzen noch war. Die geschwächten Fellbacher hatten schwach begonnen, die Aufschläge waren ganz schwach. „Da sind uns viel zu viele Fehler unterlaufen“, sagte Thiago Welter. Doch seine Mannschaft mag mit den Kräften noch so sehr am Ende sein; sie ist erst dann am Ende, wenn das Spiel zu Ende ist.

Schon im zweiten Abschnitt war der SV Fellbach gar nicht mehr so weit weg vom zunächst arg überlegenen Gegner. Im dritten Durchgang organisierten Valentino Nadale und seine Nebenleute wie Timo Koch oder Felix Klaue mit Engagement und List vermehrt den Widerstand. Der erst 17-jährige Libero Daniel Schön konnte dabei wie schon zuletzt beim 3:2-Erfolg gegen den SV Schwaig erneut überzeugen. Alle zusammen – samt den gesundheitlich angeschlagenen Jan Jalowietzki und Tin Tomic – boten den Bayern jetzt vor den 170 Zuschauern Paroli; sie waren lockerer und doch widerspenstig. „Die Jungs haben Willen gezeigt“, sagte Thiago Welter. Auch die Frauen und Männer des Fanclubs Hachinga Hammerblock mussten bis zum letzten Punkt der Begegnung mit allem rechnen, mit einer betrüblichen Heimfahrt gar. Der letzte Punkt der Begegnung, zum 25:23 im vierten Satz, war Ramon Burgos vorbehalten. Der Blocker des TSV Unterhaching II, 24, ist ein Nationalspieler aus Puerto Rico.

Die Aufgabe am Samstag war gewaltig für den dezimierten Fellbacher Verbund: gegen Leute wie Ramon Burgos, Aleksandar Milovancevic oder Roy Friedrich, einen weiteren ehemaligen Erstliga-Profi. Doch viel hat nicht gefehlt, und die Bayern hätten nicht weiter mit den Badenern feiern wollen. SV Fellbach: Nadale, Koch, Klaue, Leipert, Schön, Jalowietzki, Harms, Tomic, Pfeffer, Lepthin, Peéry, Hirning.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


Ansprechpartner Presse


Presse & Öffentlichkeitsarbeit
SV Fellbach, Abteilung Volleyball
mail

Hall of Fame

Deutscher Vizemeister: 1998

Meister 2. Bundesliga 1995, 2001, 2015, 2016 

Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

Sieger Süddeutscher Pokal 2014

Landespokalsieger 2015

 

Ehemalige Fellbacher Volleyballsternchen:

Karlo Striegel, Frank Bachmann, Christian Pampel, Holger Werner,Alexander Haas, Alexander Walkenhorst, Goran Iliev, Matthias Pompe, Simon Tischer, Christian Metzger, Dirk Oldenburg, Michael Dornheim, Jörg Ahmann, Stepan Masic, Ronny Pietsch, Christian Kilgus, Dirk Taubert, Robert Jetschina, Ronald Rietz, Paul Duerden, Petri Sainio, Marc Blaich, Michael Raddatz, Adis Katanovic, Simo Hanaoui, Gregory Hansen, Jochen Schmid, Adis Katanovic, Edgar Tetsuekoue ...