Yannick Harms wechselt zum SV Fellbach

Dem Zweitliga-Meister gelingt ein Toptransfer. Das 21-jährige Hallen- und Strand-Ass aus Backnang kehrt mit der Erfahrung seiner Erstliga-Stationen beim VfB Friedrichshafen und bei CV Mitteldeutschland zurück in die Gäuäckerhalle I.


27.07.2015

Yannik Harms zeigt künftig wieder für Fellbach vollen Einsatz (hier beim DVV-Pokal-Sieg 2014) und mit Beachpartner Phillipp-Arne Bergmann

Die Mitspieler standen ganz in Schwarz in der Halle, nur einer trug wie gewohnt das grüne Trikot. Auch der Volleyballer in Grün trug Trauer, und er trug die gewaltigste Last im Team. Yannick Harms übernahm in jenen unfassbar schwierigen Tagen im März den Part des Liberos - und damit jenen Part, den bis dahin beim Erstligisten CV Mitteldeutschland Dennis Hefter bekleidet hatte. Der Freund, 21 Jahre jung wie Yannick Harms, war kurz zuvor beim Überqueren der Gleise am Bahnhof in Leuna von einem Zug erfasst worden und dabei ums Leben gekommen. An Sport war an sich nicht mehr zu denken; eine fürchterliche Lücke war entstanden, aber die Erstliga-Saison noch nicht zu Ende. Der Außenangreifer Yannick Harms hat sich die schmerzlich spezielle Aufgabe als Abwehrspieler zugemutet. 'Sportlich war das kein Problem', sagte er und schwieg über die psychische Belastung, die er zu bewältigen hatte. Jener Yannick Harms wechselt nun, fünf Monate nach dem tragischen Unglück bei CV Mitteldeutschland, zum Zweitliga-Meister SV Fellbach.
Er ist immer noch erst 21. Andere werden mit 21 als Nachwuchskraft ausgewiesen, Yannick Harms ist mit 21 eine ausgewiesene Fachkraft. Er hat früh schon viel erlebt als Volleyballer. Mit 15 war er aus Backnang beim SV Fellbach eingetroffen, um mit dem zweiten Verbund des Vereins in der Oberliga der Männer anzutreten. Nach seinem Wechsel ins Volleyball-Internat in Friedrichshafen, deutschen Meistertiteln in diversen Altersklassen (U16, U18, U20) und Auftritten mit der Jugendnatio nalmannschaft bei Welt- und Europameisterschaften gelang ihm mit 18 der Sprung ins Profiteam der Stadt am Bodensee. Zwei Jahre lang war Yannick Harms Teil einer der führenden Volleyball-Mannschaften der Republik. Der Teenager war in der Champions League am Ball, trug dabei schon auch mal maßgeblich zum Erfolg bei wie im November 2012 nach einem 0:2-Satzrückstand gegen den belgischen Vertreter Knack Roeselare. Und 2014, quasi zum Abschluss seiner Zeit in Friedrichshafen, gewann Yannick Harms mit den Teamgefährten den Pokal. Nach der Station bei CV Mitteldeutschland und dem Aus im Play-off-Viertelfinale - gegen den VfB Friedrichshafen - ist der Defensivexperte ('Zu verteidigen entspricht meinem Spielertyp') mit Offensivqualitäten als Beachvolleyballer in die Freiluft-Saison eingestiegen. Er hat sich - eine Idee des Bundestrainers Jörg Ahmann - mit Philipp Arne Bergmann zusammengetan. Das neu formierte Doppel blickt direkt schon auf eine ansprechende Saison zurück, hat dabei am vergangenen Wochenende erst in Binz ein Turnier der nationalen Serie für sich entschieden (wir haben berichtet). Während aber noch ungeklärt ist, ob Philipp Arne Bergmann in der Halle auch künftig für den SV Fellbach zuschlagen wird, steht fest: Sein Strandpartner Yannick Harms wird von September an den Zweitliga-Meister verstärken.
Das ist ein Coup für den SV Fellbach und den Teammanager Stephan Strohbücker. 'Mit dieser Nachricht schmeckt der morgendliche Kaffee auch ohne Zucker ziemlich süß', sagte der neue Trainer Markus Weiß, als der zweite Transfer des Sommers - Tin Tomic war bereits vom Regionalligisten MTV Ludwigsburg in Fellbach angekommen - perfekt war. Der Toptransfer. Ein Premiumpartner der SVF-Volleyballer hat diesen Toptransfer mit ermöglicht. Er offeriert dem bisherigen Vollzeit-Sportler eine Werkstudententätigkeit, die zu seinem Fernstudium (Internationales Management) an der Universität Ansbach passt. Yannick Harms soll die Freiräume bekommen, die er für seine Aktivitäten als Beach- (am Olympia-Stützpunkt in Bad Cannstatt) und Hallenvolleyballer benötigt. 'Ich freue mich, dass wir einen Spieler bekommen, der schon auf höchstem Niveau trainiert und gespielt hat', sagte Markus Weiß. Einen Spieler, der nachweislich Verantwortung übernehmen kann.

Thomas Rennet, Fellbacher Zeitung


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Meister 2. Bundesliga 1995, 2001, 2015, 2016 

Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

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Landespokalsieger 2015

 

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