Zerzaust vor der Schlussphase

Nach zuletzt drei Niederlagen erwartet Thiago Welter mit dem SV Fellbach in der zweiten Liga den SV Schwaig und muss dabei nicht nur auf Valters Lagzdins verzichten.


02.03.2018

Valentino Nadale (vorn) sieht ohne Valters Lagzdins (links) und Tin Tomic (rechts) dem Spiel gegen den SV Schwaig entgegen. Foto: Heiko Potthoff

Valters Lagzdins feiert an diesem Samstag seinen 29. Geburtstag. Er muss allerdings auf große und auch auf kleine Sprünge verzichten. Der Hauptangreifer der Zweitliga-Volleyballer des SV Fellbach musste sich am Donnerstag in Waiblingen einer Knieoperation unterziehen. Zwölf Tage zuvor, im Heimspiel gegen den GSVE Delitzsch (1:3), war er Anfang des zweiten Satzes „komisch gelandet“ und hatte sich dabei einen Innenmeniskusriss im linken Kniegelenk zugezogen. Valters Lagzdins kann deshalb an seinem Geburtstag gegen die Gäste des SV Schwaig (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) ebenso wenig in gewohnter Manier zuschlagen wie im restlichen Verlauf der Saison. „Es tut mir leid für das Team”, sagt der ehemalige Erstliga-Profi und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Aber ich werde einfach nicht jünger.”

Valters Lagzdins, davor Kapitän des Erstligisten TV Bühl, war im Sommer 2014 in Fellbach angekommen. Er begann eine Lehre als Mediengestalter und war fortan kein Profi mehr – eine Hauptattraktion allerdings in der zweithöchsten Spielklasse. Mit dem eleganten Zugang, in der Offensive wie in der Defensive bestens geschult, gewann der SVF 2015 den Titel. 2016 noch einen hinterher, wobei den Angreifer mit lettischen Wurzeln eine Schleimbeutelentzündung im linken Knie von seiner Sportart fernhielt. Die Verletzungsmisere traf danach nahezu das gesamte Team, das 2017 dennoch Platz vier erreichte. In der laufenden Saison hat Valters Lagzdins von Beginn an famos aufgespielt. Mitunter war er in der Hinrunde sehr gut, meistens aber doch eher: sehr, sehr gut. Der Erfahrene hatte großen Anteil an den Erfolgen der verjüngten Formation, die – bei neun Niederlagen – elf Begegnungen für sich entschieden hat.

Mit Valters Lagzdins im Schmetterfach hat das Team um den Kapitän Patrick Köder und Valentino Nadale nach dem Umbruch stets Abstand gewahrt zu den Abstiegsplätzen. Das ist gar nicht einfach in einer weithin anspruchsvoll besetzten Liga. Die Verantwortlichen etablierter Standorte sehen einem Neuanfang in der dritten Liga entgegen. Die L. E. Volleys aus Leipzig, Meister 2014, stehen bereits als Absteiger fest. Der GSVE Delitzsch, Meister 2012, wird wohl folgen. Die Konkurrenz davor braucht bloß noch ein paar Punkte, dann ist sie auch vom zweiten Ostclub nicht mehr einzuholen. Zu dieser Konkurrenz gehört der SV Fellbach, der vor den verbleibenden sechs Begegnungen, nach zuletzt drei Niederlagen, aber etwas zerzaust daherkommt. Tim Holler hat aufgehört. Mehrere Spieler plagen sich mit Krankheit oder Verletzung. So muss der Fellbacher Trainer Thiago Welter gegen den Tabellenzweiten SV Schwaig ohne Tin Tomic planen, voraussichtlich auch ohne Sebastian Mättig. Und Valters Lagzdins fehlt ja auch noch. „Wir sind personell in Schwierigkeiten geraten“, sagt Thiago Welter: „Aber wir werden alle Möglichkeiten nutzen, die wir haben.“

Valters Lagzdins kann den Trainer, mit dem er seit gemeinsamen Bühler Tagen auch gut befreundet ist, höchstens am Spielfeldrand unterstützen. Es kann gar passieren, dass sein kurzer Auftritt gegen den GSVE Delitzsch der letzte im Trikot des SV Fellbach bleiben wird. Der Kniepatient will einen Wechsel im Sommer, einen Umzug nicht ausschließen: „Ich kann mir sehr gut vorstellen, weiterhin für den SV Fellbach zu spielen, ich kann mir aber auch sehr gut vorstellen, wo anders zu spielen.“

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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