Zu viele Misserfolge, zu wenig Selbstvertrauen

Die größtenteils noch unerfahrene Zweitliga-Mannschaft des SV Fellbach schließt die Hinrunde mit einer 0:3-Niederlage gegen den Tabellenführer TSV Grafing ab. Nach bis dahin lediglich drei Siegen findet sie sich zur Halbzeit auf dem vorletzten Platz wieder.


17.12.2018

Ivaylo Spasov hechtet in dieser Szene nach dem Ball, der SV Fellbach hechtet bis dahin in dieser Zweitliga-Saison jedoch meist erfolglos den Punkten hinterher. Foto: Patricia Sigerist

Die Volleyballer des SV Fellbach haben am Samstagabend die Hinrunde der zweiten Bundesliga so beendet, wie sie die Spielzeit begonnen hatten: mit einer Niederlage. Zum Ausklang des Jahres unterlagen sie den Gästen vom amtierenden Meister und Tabellenführer TSV Grafing mit 0:3 (19:25, 19:25, 24:26).

Es war der Abschluss einer Hinrunde, die sich die Verantwortlichen beim SVF sicher etwas anders vorgestellt hatten. Keine Frage, nach dem gewaltigen Umbruch war klar, dass die runderneuerte, junge und größtenteils unerfahrene Formation um den Fellbacher Trainer Thiago Welter mit Rückschlägen zu kämpfen haben wird. Dass nun aber zur Hälfte der Spielrunde die Bilanz magere drei Siege und die vorletzte Tabellenposition ausweist – mmh, ein wenig mehr hätte es schon sein sollen.

Die Partie am Samstagabend kann dabei kein Gradmesser sein. Die Gäste spielen in einer anderen Kategorie als im Moment die Volleyballer des SVF. „Ich bin mir sicher, dass die Grafinger ihren Titel verteidigen werden“, sagte Thiago Welter nach dem Kräftemessen mit dem übermächtigen Gegner aus dem oberbayerischen Landkreis Ebersberg. „Aber wir hatten im dritten Abschnitt die Chance auf einen Satzgewinn und haben diese nicht genutzt.“

Mit seiner knappen Analyse zeigt der Trainer des Gastgebers zweierlei auf. Zum einen war an einen Sieg für den SVF nicht zu denken. In den ersten beiden Abschnitten waren die Fellbacher um den 2,05 Meter langen Angreifer Ivaylo Spasov chancenlos, die Gäste bestimmten Tempo und Geschehen auf dem Volleyball-Rechteck. Zum anderen wäre aber im dritten Durchgang ein Achtungserfolg für die SVF-Volleyballer möglich, ja, fast Pflicht gewesen, lagen sie doch bis zum 23:22 unentwegt, teilweise deutlich, in Führung. Dann aber manifestierte sich das Hauptproblem, mit dem Thiago Welter zu kämpfen hat. Es ist die altbekannte Spirale. Misserfolge führen zu mangelndem Selbstvertrauen, was wiederum zu weiteren Misserfolgen führt, die dann wieder – genau: eine Spirale nach unten. Die finalen Ballwechsel der Begegnung am Samstag machten dieses Dilemma in Reinform deutlich. Eine gute Angriffschance schlossen die SVF-Akteure mit einem Hieb ins Aus ab. Wenige Momente später sollte ein eigener Aufschlag im Netz landen. Vielen Dank, dachten sich wohl die Volleyballer des TSV Grafing und griffen beherzt zu. Thiago Welter hat die Problematik erkannt. „Ich würde gerne verstärkt Technik und Taktik trainieren“, sagte der 30-jährige Brasilianer: „Aber momentan bin ich mehr als Motivator gefragt.“

Einen ersten Schritt hin zu mehr Zutrauen haben die Fellbacher Volleyballer am Samstag dann doch getan. Mit Sebastian Mättig, zuletzt jahrelang Zweitliga-Stammkraft beim SVF, kehrte auf der Liberoposition eine positive Körpersprache und mutiges Auftreten zurück. „Er kann uns helfen, es wäre toll, wenn er zukünftig oft dabei wäre“, sagte Thiago Welter dazu. Und ergänzte: „Insgesamt müssen wir den Kopf hochkriegen. Sonst wird es sehr schwierig, hinten rauszukommen.“

Dass die SVF-Akteure das Volleyballspielen nicht gänzlich verlernt haben, bewiesen sie am Freitagabend. Im Achtelfinale des württembergischen Pokalwettbewerbs gewannen sie beim Landesligisten SG Waldenburg überlegen mit 3:0 (25:5, 25:16, 25:12). So deutliche Siege erwartet Thiago Welter in der Rückrunde in der zweiten Liga nicht. Siege an sich wären schon gut. Mehr als drei in der Hinrunde. SV Fellbach: Harms, Maser, Mättig, Nadale, Pfeffer, Leipert, Blötscher, Peemüller, Spasov, Hirning, von Berg, Klaue.

Uwe Abel   Fellbacher Zeitung

 


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