Zuschlagen müssen die anderen

Der Dauerpatient Lars Lückemeier hilft am Samstag trotz seiner Schulterprobleme in der zweiten Bundesliga aus - als Libero. Die Situation ist vor dem Spiel beim TSV Grafing insgesamt nicht ganz einfach für den Meister SV Fellbach.


24.10.2015

Angreifen darf Lars Lückemeier ( links) gerade nicht, dafür übernimmt er am Samstag in Grafing den Liberopart. Foto: Holger Strehlow

Im Gesamten zählt der Kader des SV Fellbach 15 Spieler. Klingt üppig, bewahrt den Trainer Markus Weiß aber nicht vor Engpässen. Deshalb wird am Samstag ein zusätzlicher Akteur die Reise zum TSV Grafing mit antreten. Ein guter Bekannter zwar, erstmals aber seit April 2014 wieder in Zweitliga-Angelegenheiten mit den Fellbacher Volleyballern unterwegs: Lars Lückemeier rückt ins Aufgebot. Der 21-Jährige soll dabei nicht bloß mitfahren nach Bayern, sondern tatsächlich auch mitspielen. Weil Sebastian Mättig privat verhindert ist (eine Hochzeit in der Familie), übernimmt Lars Lückemeier am Samstagabend (19 Uhr, Jahnsporthalle) die Liberoposition. Nicht ganz schlecht für einen Trainer, wenn im Verein für besondere Fälle solche Begabungen schlummern.
Der Dauerpatient ist immer noch da. Obschon er seinen Körper kaum für den Volleyballsport begeistern kann und seit eineinhalb Jahren nicht mehr das Trikot des SV Fellbach getragen hat. Lars Lückemeier verfügt über irrsinniges Talent. Er hatte nach dem Fellbacher Aufstieg 2012 als Teenager an der Seite von Marvin Klass wesentlichen Anteil am Zweitliga-Verbleib. Als Beachvolleyballer gehört der Vielflieger, der hochsteigen kann wie ein Hubschrauber, zu den besten Nachwuchskräften des Landes. Aber auch im Sand hat er nun bereits eine mehrmonatige Pause hinter sich. Anhaltende Schulterprobleme behindern seinen sportlichen Werdegang. Sein Körper ist den Belastungen noch immer nicht gewachsen. Doch Lars Lückemeier aus Germersheim, im Sommer 2012 vom TV Bühl zum SVF gewechselt, wohnt nach wie vor im Fellbacher Lindle, ist neben dem Studium nach wie vor Jugendtrainer im Verein und schaut zuweilen nach wie vor an den Zweitliga-Übungsabenden vorbei. 'Er macht das, wenn ihm danach ist', sagt der Teammanager Stephan Strohbücker. Wenn ihm eben auch und vor allem gesundheitlich danach ist.
Doch den - auf Abwehr und Spielaufbau beschränkten - Liberopart kann sich der Patient zumuten. Da stimmt auch der Beach-Bundestrainer Jörg Ahmann zu, der am Stützpunkt in Bad Cannstatt die Verantwortung trägt für den feingliedrigen Auswahlspieler. So stärkt Lars Lückemeier am Samstagabend in Grafing die Defensive, zuschlagen müssen die anderen. 'Ich hatte mit ihm ein paar gute Gespräche, er wird uns in dieser Situation unterstützen', sagt der Fellbacher Trainer Markus Weiß.
Die Situation ist gerade insgesamt nicht ganz einfach für den Meister. Unwägbarkeiten inklusive. Valters Lagzdins hat zuletzt beim 3:0-Erfolg gegen den Aufsteiger ASV Neumarkt wegen seiner Fuß- und Wirbelsäulenprobleme pausiert; bleibt abzuwarten, wann der beste Angreifer der Mannschaft - und der gesamten Liga - wieder voll belastbar sein wird.
Tim Holler, Beach-Ass im Team, ist derzeit in seinem Erstsport gefordert. Der blonde Blocker tritt mit seinem Mainzer Strandpartner Jonas Schröder bei den Antalya Open an. Vom Abschneiden bei dem Turnier der Weltserie in der Türkei hängt ab, ob Tim Holler am Samstagabend in Gra fing dabei sein wird. Sein erstes Spiel im Hauptfeld am Donnerstagmorgen hat das viel beachtete Doppel gegen Jean-Baptiste Daguerre und Yannick Salvetti aus Frankreich mit 21:19 und 21:17 gewonnen. Am Nachmittag wollten die Ranglistenvierten in Deutschland auch Sean Faiga und Ariel Hilman aus Israel (24:22, 21:19) keinen Satzgewinn zugestehen. Bei anhaltendem Erfolg in Antalya muss Markus Weiß den Erfolg in Bayern auch ohne Tim Holler anstreben.
Dafür kann er auf Yannick Harms setzen. Der zweite international ambitionierte Beachvolleyballer im SVF-Trikot ist bei dem Turnier der Weltserie am Mittwoch in der Qualifikation ausgeschieden. Der 21-Jährige unterlag an der Seite von Philipp Arne Bergmann, vergangene Saison selbst noch Fellbacher Zweitliga-Schlagmann, am Mittelmeer Thomas Kunert und Christoph Dressler aus Österreich mit 15:21 und 17:21.
Den Auftritt in Grafing verpassen wird derweil Tin Tomic. Dem 18-Jährigen fehlt noch die Spielberechtigung in der zweiten Liga. Er wird am Samstag (17 Uhr, Gäuäckerhalle I) erneut mit der zweiten SVF-Vertretung in der Regionalliga auflaufen, Gegner ist die TSG Heidelberg-Rohrbach. Von nächster Woche an ist dann Tin Tomic gegebenenfalls zwei Etagen höher auch ein Kandidat für die Liberoposition. Diesmal hilft Lars Lückemeier aus, jener Angreifer im Wartestand, dessen Körper keine Schmetterbälle mehr erlaubt. Nur Defensivaufgaben.

Thomas Rennet, Fellbacher Zeitung


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