Zwischen den Aufgaben eine Portion kalte Nudeln

Der Beach-Profi Philipp

Arne Bergmann, viel gefragt, ist seit

Kurzem auch Trainer des zweiten Fellbacher Teams.


10.11.2016

Foto: Patricia Sigerist

Hastig hat sich Philipp Arne Bergmann am Samstagnachmittag in der Fellbacher Gäuäckerhalle I eine große Portion Nudeln in den Mund geschaufelt. Kalte Nudeln. Mit Tomatensoße, ebenfalls kalt. Alles zubereitet bereits Stunden zuvor. Der 25-Jährige hatte vorab gewusst, dass er am Samstag wenig Zeit haben wird. Er war in Eile. Er war ein gefragter Mann in der Gäuäckerhalle I.

Zunächst war Philipp Arne Bergmann von 16.30 Uhr an als Trainer der zweiten Vertretung des SV Fellbach in der Volleyball-Regionalliga gefordert. Am Spielfeldrand dirigierte er seine Mannschaft zu einem 3:2-Sieg über den TV Rottenburg II (wir berichteten). Und nach mehr als zwei Stunden Spielzeit – oder soll man genauer sagen: Trainerzeit – galt es, sich schnell fit zu machen für den Einsatz als Spieler. Denn von 20 Uhr an trug der 1,98 Meter große Diagonalangreifer das Trikot der Zweitliga-Volleyballer des SVF. Gegen den Tabellenführer Volleys Eltmann half Philipp Arne Bergmann aus. Die angespannte Personalsituation im Fellbacher Zweitliga-Verbund forderte ihren Tribut. Auch auf dem Spielfeld, auf dem die Gastgeber trotz der Unterstützung von Philipp Arne Bergmann eine 1:3-Niederlage hinnehmen mussten (wir berichteten).

Philipp Arne Bergmann war am Samstag mächtig im Einsatz in der Hallenvariante des Volleyballsports. Und dies, „obgleich mein Fokus zu 100 Prozent auf Beachvolleyball liegt“. Ein paar wenige Prozentpunkte investiert der gebürtige Osnabrücker aber nun doch in die Volleyball-Version mit festem Boden unter den Füßen. Als Trainer. Die Variante als Spieler soll eine Ausnahme bleiben. Seit September dieses Jahres trainiert Philipp Arne Bergmann den SVF II in der Regionalliga. Doch wie kam es dazu? „Ich war lange verletzt und konnte zusammen mit meinem Sandpartner Yannick Harms erst wieder von Juli an die Beach-Saison zu Ende spielen“, sagt Philipp Arne Bergmann. „Aber der Körper ist jetzt wieder voll in Schuss, und Beachvolleyball ist aktuell mein Lebensmittelpunkt.“ Seit Anfang November aber unter geänderten Voraussetzungen. Philipp Arne Bergmann war bis dahin in der Sportfördergruppe der Bundeswehr, diese staatliche Unterstützung für Kaderathleten ist in seinem Fall dann aber nicht mehr verlängert worden. „Dadurch ist mein Gehalt, also der Wehrsold, nun weg. Beachvolleyball kann zwar tagesfüllend sein, es füllt aber nicht meinen Geldbeutel.“

So ging Philipp Arne Bergmann tief in sich, als ihm das Traineramt beim SV Fellbach II angetragen wurde.

Und entschied, die Aufgabe in der Regionalliga anzunehmen. Er sagt dazu: „Ein kleines Zubrot zu erhalten war das Eine, aber absolut nicht das Ausschlaggebende. Das Projekt hat mich an sich schnell gereizt. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich nicht wusste, wie es klappen würde.“ Offenbar klappt das Projekt „Trainer“ gut. Die SVF-Volleyballer stehen aktuell auf dem dritten Rang in der Regionalliga, und „die Mannschaft entwickelt sich gut“. Wenn man Philipp Arne Bergmann reden hört, als Trainer, dann spiegelt sich in seinen Worten und Analysen, klar wider, dass er trotz seiner jungen Jahre bereits viel Erfahrung im hochklassigem Volleyballsport gesammelt hat. Es könnte mehr daraus werden. Das Traineramt sieht Philipp Arne Bergmann denn auch „als gute Zusatzqualifikation“, selbstredend, dass er auch den Erwerb einer Trainer-Lizenz anstrebt. Als ehemaliger Junioren-Nationalspieler und Erstliga-Volleyballer (TSV Giesen/Hildesheim, VC Olympia Berlin, Chemie Volley Mitteldeutschland) steht dem Blondschopf eine verkürzte Ausbildung zur B-Trainer-Lizenz offen. Diese Chance will Philipp Arne Bergmann nutzen. Er wirkt motiviert. Das Traineramt gestartet mit einem etwas flauen Gefühl im Magen scheint gut zu ihm und er gut zur Mannschaft zu passen. „Ich will mich und das Team entwickeln“, sagt Philipp Arne Bergmann.

Und auf diesem Weg tut es zum Abendessen auch eine kalte Portion Nudeln.

 

Uwe Abel      Fellbacher Zeitung


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