Zwischen sanfter Magie und purer Gewalt

Patrick Köder schmückt den ansonsten eher schmucklosen 3:0-Sieg des SVF gegen den ASV Neumarkt aus.


19.10.2015

Patrick Köder (rechts) ist nicht nur am Netz zu stark für den Gegner. Foto: Patricia Sigerist

Das Spiel in der zweiten Bundesliga war fast vorbei, der Heimsieg des SV Fellbach höchstens noch von einem Meteoriteneinschlag zu verhindern. Die Zuschauer hatten nicht mehr viel zu erwarten. Patrick Köder allerdings wollte sie nicht einfach so gehen lassen in die unfreundliche Nacht. Er hatte noch ein bisschen was vor. Der Zuspieler gab kurz einen Auszug aus seinem umfangreichen Repertoire als Aufschläger zum Besten. Erst löffelte er den Ball mit sanfter Magie direkt hinters Netz; die Gegner waren chancenlos, sie hatten einen gewaltigen Sprungaufschlag erwartet. Dann schickte Patrick Köder zur Abwechslung einen gewaltigen Sprungaufschlag hinterher; die Gegner waren chancenlos, sie hatten sanfte Magie nicht ausschließen können. Die späten Unterhaltungsspitzen schmückten am Samstagabend in der Gäuäckerhalle I die Schlussphase einer zuweilen schmucklosen Volleyball-Begegnung mit dem Aufsteiger ASV Neumarkt, die der Gastgeber nicht ganz unerwartet mit 3:0 (25:20, 25:22, 25:17) für sich entschied.
Auf den Stehplätzen oberhalb der Tribüne hatten sich am Samstag ein paar fachkundige Besucher versammelt. Da plauderte Robert Jetschina mit Jochen Schmid, daneben Karl-Heinz Striegel mit Marc Blaich. Alle vier sind Teil der Erstliga-Geschichte des SV Fellbach. Karl-Heinz Striegel war Trainer und Marc Blaich noch Angreifer, als das Team nach insgesamt sechs Jahren in der höchsten Spielklasse trotz mitunter famosen Siegen im März 2002 abstieg. Nun möchten die Volleyballer des Vereins unter den Augen der Ehemaligen wie Marc Blaich, einst eine eigene Art von Wirbelsturm auf dem Spielfeld, in absehbarer Zeit zurück in die Eliteklasse. In knapp zwei Jahren könnten sie sich das gut vorstellen, dem Ziel arbeitet der Meister nun entgegen. Organisatorisch und sportlich.
Einer, der dann, 15 Jahre nach Marc Blaich, dabei sein soll, ist Patrick Köder. Karl-Heinz Striegel hat dem 25-Jährigen am Samstag 'ein sehr gutes Passspiel' bescheinigt. Dafür - und für sein variantenreiches Aufschlagspiel - ist der Ballverteiler zum wertvollsten Akteur des Abends gewählt worden. Er ist auf seiner Position einer der Versiertesten, vielleicht der Versierteste in der zweiten Bundesliga. Aber die Referenzgröße ist die erste Liga. Auch darum geht es jetzt. Mit Blick auf die Anforderungen im Oberhaus der Volleyballer haben die Fellbacher den Trainingsumfang erhöht: Sie treffen sich nun bis zu sieben Mal wöchentlich. Und die Spiele in der zweiten Liga kommen noch obendrauf.
Diese Spiele sind gerade nicht einfach. Dem vermehrt und nahezu täglich geforderten Verbund unterlaufen viele Fehler, gelegentlich ist nur das Durcheinander vollkommen. Doch fürs Erste hat sich der SV Fellbach in all seinen Spielen der noch jungen Zweitliga-Saison, bislang sind es drei, durchgesetzt. Auch am Samstag gegen den ASV Neumarkt ist das gelungen, obschon der verletzte Hauptangreifer Valters Lagzdins pausieren musste. Der Erfolg war ungefährdet - oder fast ungefährdet. 'Der zweite Satz muss eigentlich zu uns wandern, den haben wir hergeschenkt', fand Jürgen Dietrich, der Trainer des ASV Neumarkt. 'Ich hatte nie das Gefühl, dass da was passieren kann', sagte indes Karl-Heinz Striegel. Und Markus Weiß, der aktuelle Trainer des SVF, bilanzierte: 'Wir haben mit 3:0 gewonnen, ohne dabei ans Limit gehen zu müssen.'
Er hat nicht nur die Probleme, sondern durchaus auch Positives gesehen. Der junge Außenangreifer Pascal Winter, der mit seinen 20 Jahren gerade viel Verantwortung trägt, entwickelt sich, ein Beispiel, gut. Auch das Spiel über die Mitte hat sich am Samstag gut entwickelt. Im dritten Satz hatten da Jonas Hanenberg und der Kanadier Christopher Howe bemerkenswerte Aktionen. In Szene gesetzt von Patrick Köder, jenem Zuspieler, der mit gelöffeltem oder gewaltigem Sprungaufschlag den 300 Zuschauern noch späte Unterhaltungsspitzen serviert hat vor dem Nachhauseweg. SV Fellbach: Klass, Köder, Koch, Winter, Nadale, Howe, Mättig, Hanenberg, Holler, Sellner, Harms, Klaue.

Thomas Rennet, Fellbacher Zeitung.


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